Dienstag, 06.10.2026
Der Tag beginnt ruhig, leise Musik begleitet uns und auf dem Weg zu den Praxen kreuzen ein paar Rehe unseren Weg. In der Praxis selbst starten wir mit herzlichen Geburtstagswünschen für zwei MFAs. Pünktlich um 8:00 Uhr werden die Patienten empfangen und der Arbeitstag nimmt Fahrt auf.
Als Famulatinnen beginnen wir zu zweit mit Anamnese und Diagnostik. Sobald wir die ersten Befunde haben, übergeben wir an die zuständige Ärztin und besprechen gemeinsam das weitere Vorgehen. Besonders eindrücklich war eine Patientin mit inkompletter Querschnittslähmung, die ein Exoskelett zur Gehunterstützung nutzt. Sie ist sehr offen mit ihrer Situation umgegangen, das fand ich äußerst inspirierend. Im Verlauf bot sie uns sogar an, das Exoskelett selbst auszuprobieren. Als engagierte Studentinnen konnten wir da natürlich nicht widerstehen. Es war ein sehr besonderes Gefühl, wenn die Beine von der Maschine mitbewegt werden. Diese Patientin ist für mich ein Vorbild. Sie lässt sich nicht unterkriegen und nimmt trotz schwerer Erkrankung weitgehend uneingeschränkt am Leben teil.
Besonders zum Lächeln gebracht hat uns heute die Feststellung einer Schwangerschaft im Ultraschall. Die werdenden Eltern strahlten über beide Ohren und diese Freude hat uns alle angesteckt.
Nach weiteren Patientinnen und drei selbst gebastelten Elefanten aus Handschuhen für unsere kleinen Patientinnen ging es weiter zum heutigen Orthopädie-Teaching. Für mein Haus fand es in der Rehaklinik in Schauflingen statt. Die Klinik liegt auf einem Berg im Wald und der Blick von der Terrasse reichte bis zu den Alpen. Bei schönstem Sonnenschein haben nicht nur die Patientinnen, sondern auch wir die Aussicht genossen. Das Seminar selbst fand drinnen in der Turnhalle statt. Dort haben wir Schritt für Schritt die Untersuchung der Wirbelsäule praktisch geübt, dies war eine gelungene Kombination aus Wiederholung des im Studium Gelernten und den praktischen Erfahrungen eines langjährigen Orthopäden. In Dreiergruppen haben wir uns dann gegenseitig ganz genau unter die Lupe genommen und dabei doch die eine oder andere schiefe Haltung entdeckt.
Zurück zu Hause gab es wie jeden Abend unter der Woche ein super leckeres gemeinsames Abendessen. Dabei haben wir den Tag noch einmal reflektiert, interessante Fälle ausgetauscht, aber natürlich auch über ganz andere Dinge als Medizin gesprochen und die Aktivitäten der nächsten Tage geplant.