Exzellenter Winter Tagebuch

Montag, 23.03.26

Zum Wochenstart bin ich wieder vor meinem Wecker um 6.15 Uhr aufgewacht – mein Körper hat die Famulatur-Routinen mittlerweile verinnerlicht. Somit war es kein Problem, den schönen Morgennebel zu genießen und um 6.50 Uhr pünktlich zur Abfahrt meiner Fahrgemeinschaft im Auto zu sitzen. Während der Fahrt konnten wir uns über Erfahrungen und Lebensweisheiten austauschen, die Bezug zu den Dingen hatten, die uns gerade persönlich beschäftigen. Da ich eine Person aus unserem Auto heute ausnahmsweise mit zum Bahnhof, der direkt neben meiner Praxis ist, begleiten konnte, hielt das motivierende Gespräch auch bis kurz vor Praxisstart an.
In der Praxis wurde ich herzlich von allen begrüßt und wir haben uns etwas über das Wochenende ausgetauscht. Auch der Person, die ich zum Bahnhof gebracht habe, konnte ich noch vom Fenster aus ganz kitschig nachwinken. So lässt sich der Tag doch gut starten.
Da montags keine Teachings sind, sondern stattdessen ein langer Praxistag, konnte ich hier auch besonders viel erleben: Vom Impfen über die Anamnese von Bauchschmerzen bis hin zum Hüft-Sono hatte ich heute einige Möglichkeiten, meine Fähigkeiten anzuwenden. Da montags meist etwas mehr los ist, denn viele akute Patienten, die über das Wochenende erkrankt sind, stellen sich vor, ist dieser lange Praxistag immer besonders spannend. Mein persönliches Highlight war dabei wieder einmal der Hüft-Ultraschall: Während mir vor meiner Famulatur das Krankheitsbild einer Coxitis bisher noch nicht über den Weg gelaufen ist, kann ich es mittlerweile schon ziemlich gut einordnen. In diesen Momenten wird mir bewusst, wie lehrreich die letzten vier Wochen waren und wie stolz wir auf uns sein dürfen – auch wenn wir es manchmal vergessen.
Während ich darauf warte, wieder auf dem Heimweg eingesammelt zu werden, habe ich auch noch die Möglichkeit, mit einem Freund aus der Heimat zu telefonieren. Im Auto tauschen wir uns dann über unseren Praxistag sowie die Pläne für den Abend aus: Unsere Gruppe des Hauses Viechtach hat für die Ärzte und uns ein gemeinsames Essen in der Gastwirtschaft organisiert, zu dem einige gehen.
Zwischen dem Kennenlernen anderer Ärzte und dem gemeinsamen Kochen daheim ist jeder wie immer gut bedient – so lässt sich der Tag auch noch schön ausklingen.
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Heute startet die letzte Woche des „Exzellenten Winters“, kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Voller Montagsenergie klingelt um 6:25 Uhr der Wecker. Nach einem schnellen Frühstück geht es gemeinsam mit Elli und Yannik im Auto los in Richtung Praxen. Nachdem ich die beiden abgesetzt habe, öffne ich die Tür „meiner“ Praxis und werde direkt von einem vollen Wartezimmer empfangen.

Nur wenige Minuten später trifft meine Ärztin ein und wir starten gemeinsam in die Sprechstunde. Ich werde jeder Patientin und jedem Patienten als zukünftige Kollegin vorgestellt, die Reaktionen sind herrlich ehrlich:
Etwa die Hälfte freut sich sofort: „Super, Nachwuchs brauchen wir dringend!“
Die andere Hälfte meint: „Die Studentin kann dann ja gleich hier mit einsteigen!“
Ein schöner Reminder, wie wichtig unser Beruf gerade im ländlichen Raum wirklich ist.

Am Vormittag durfte ich im Rahmen einer Gesundheitsuntersuchung mein erstes Schilddrüsen Sono ganz alleine machen, ein richtig cooles Gefühl. Im Ultraschall zeigten sich ein paar zystische Areale und zwei kleine Knoten, die ich selbst ausgemessen habe. Meine Ärztin hat dabei über meine Schulter geschaut und mich immer wieder bestärkt, das hat mir total Sicherheit gegeben. Wenn ich daran denke, wie viel Respekt ich vor dem Schallkopf hatte, ist es echt verrückt, wie selbstverständlich sich das inzwischen anfühlt.

Es gab aber auch ruhigere, nachdenkliche Momente: Eine Patientin kam mit erhöhten Leberwerten zum Ultraschall und es zeigte sich eine fortgeschrittene Zirrhose. Das sind die Situationen, die einen kurz innehalten lassen und einem die Verantwortung bewusst machen.

Die Vormittagssprechstunde vergeht wie im Flug, bis schließlich das Telefon klingelt: Die Mutter meiner Ärztin fragt, wann wir zum Mittagessen kommen. Wie jeden Montag geht es zu ihr nach Hause, mit herzlicher Begrüßung inklusive drei sehr enthusiastischer Hunde und einem unglaublich guten Essen: selbstgekochte Blumenkohl Kohlrabi Suppe als Vorspeise, gefolgt von Rinderfilet mit Böhmerknödeln und natürlich dem obligatorischen „taktischen Espresso“ danach. Darauf folgte noch ein kurzer Spaziergang in der Sonne, eine Pause, die spürbar guttut und Energie für den Nachmittag gibt.

Am Nachmittag durfte ich dann auch praktisch mit anpacken: eine FSME Impfung selbst verabreichen, bei einer DMP Fußuntersuchung zuschauen und die Abklärung einer sekundären Hypertonie bei einem jungen Patienten mitverfolgen. Genau diese Mischung macht den Tag so spannend.

Am frühen Abend treffe ich Yannik wieder am Auto, kaufen noch schnell frisches Brot und tauschen uns über unsere Tage aus, immer wieder interessant, wie unterschiedlich unsere Erfahrungen sind. Zuhause wartet das gemeinsame Abendessen, bei dem wir den Tag Revue passieren lassen und schon das nächste Teaching planen. Danach wird es gemütlich: ein bisschen Co Working, ein bisschen Alltag und das gute Gefühl, Teil eines Projekts zu sein, das fachlich und menschlich unglaublich viel gibt. Schon gegen 22 Uhr gehe ich glücklich und voller Vorfreude auf Dienstag ins Bett.

Die letzte Woche hat begonnen und wir genießen jeden einzelnen Moment.

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