Exzellenter Winter Tagebuch
Montag, 24.03.2025
Nach einem sehr erholsamen Tag in der Therme startet der Montag um 6:30 Uhr. Obwohl es neblig und regnerisch ist, habe ich direkt gute Laune, weil ich schon das Lachen meiner MitbewohnerInnen höre, was bedeutet, dass der Kaffee auch schon fertig ist. Nachdem wir Brote geschmiert und Kaffee getrunken haben, machen wir uns langsam auf den Weg.
Auf der Fahrt halten wir wie immer Ausschau nach Rehen, was heute auch mal wieder erfolgreich ist. Da ich um 7:20 Uhr schon in der Praxis ankomme, setze ich mich erstmal zum Frühstück hin, lese mein Buch und quatsche mit den MFAs über das Wochenende.
Punkt 8 Uhr beginnt die Sprechstunde und der Famulaturtag geht richtig los. Anamnese und körperliche Untersuchung darf ich heute alleine machen, während der Arzt im Hintergrund ist und mir bei Fragen hilft. Es ist ein relativ ruhiger Tag, da die Grippewelle langsam abflacht. Wir impfen, behandeln ein Kind mit Grippe, einen Mann mit Pneumonie und zwischendurch werde ich in den Sonoraum gerufen, um eine Frau mit entzündetem Darm zu schallen.
Zur Mittagspause geht das Ärztepaar mit mir ins Restaurant, was für mich montags zu einem richtigen Highlight geworden ist. Nach einer riesigen Portion Kaspressknödel fahren wir ins Altenheim, um Hausbesuche zu machen. Bei einer Patientin mit Beinödemen schließen wir eine Thrombose aus und gehen nochmal die abwendbaren gefährlichen Verläufe durch. Nachdem wir vier weitere PatientInnen untersucht haben, machen wir uns auf den Weg in ein nahegelegenes Cafe, um die Zeit bis zur Sprechstunde um 16 Uhr zu überbrücken.
Nachmittags stellt sich eine Patientin mit schwer einstellbarem Blutdruck vor. Wir besprechen die wichtigsten Ursachen und schlagen ihr ein Therapieschema vor.
Nach der kurvigen Fahrt zum Haus Viechtach schmeißen Jan und ich uns direkt in unsere Laufklamotten, um noch eine Runde durch den wunderschönen Wald hinter unserem Haus zu joggen.
Bis wir zurückkommen, hat sich das Haus allmählich gefüllt und die Erlebnisse des Tages werden besprochen. Nach zwei Wochen Dauerlachen und unglaublich vielen neuen Eindrücken sind heute alle etwas müde und das abendliche Kartenspielen wird auf morgen verschoben.
Der dritte Montag beginnt, Halbzeit! Verschlafen schleppe ich mich in die Küche, „The time of my life“ klingt mir aus dem Radio entgegen und die anderen, die in der Küche ihren Kaffee schlürfen.
Die letzten Wochen stecken mir in den Knochen und Erschöpfung macht sich bei mir so langsam bemerkbar.
In der Praxis angekommen, mache ich mich gleich an die Arbeit. Meine Ärztin teilt mir die Patient*innen zu, mit denen ich schonmal Anamnese mache und erste Untersuchungen durchführe, die ich mir zutraue. Ganzkörpercheck, EKG und Sonographie gehören mittlerweile dazu. Danach stößt sie dazu und ich kann nochmal zuschauen, wie sie das Ganze angeht. Am Nachmittag begleite ich sie auf einige Hausbesuche, und ich bekomme den ein oder anderen Bauernhof von innen zu sehen.
Zurück zu Hause treffe ich den Rest meiner Mitbewohner*innen, alle sind ganz schön geplättet vom Tag. Ich beschließe eine Runde laufen zu gehen, und die Weite der Felder, die untergehende Sonne und der altbekannte Güllegeruch lassen mich endlich ein wenig entspannter werden. Beim Abendessen sitzen wir alle gemütlich zusammen und jede Person erzählt von drei Highlights, die sie an diesem Tag erlebt hat. Die Pizza, die es zum Essen gibt, ist definitiv eines davon. Wir lassen den Tag gemütlich ausklingen, bis es dann Zeit wird schnell ins Bett zu verschwinden, damit wir hoffentlich diese Nacht ein bisschen mehr Schlaf bekommen.