Exzellenter Winter Tagebuch
Freitag, 21.03.25
Ein sonniger Märzfreitag kündigt sich bereits an, als ich schlaftrunken und noch etwas müde vom gestrigen abendlichen Schwimmen, auf den Balkon unseres wunderschönen Ferienhauses in Pfaffenzell trete. Die Wiese liegt noch im dunstigen Nebel, und ich halte nach Rehen Ausschau, die sich hier morgens in den vergangenen Tagen manchmal haben blicken lassen.
Obwohl wir alle etwas zeitversetzt zu unseren Praxen aufbrechen, schaffen wir es doch jeden Tag, dass wir fünfzehn alle kurz zum Kaffeetrinken und Frühstücken zusammensitzen. Es wird schon spekuliert, welche spannenden Patient*innen und Fälle uns heute erwarten werden, gleichzeitig wird bereits aufgeregt das Programm für unseren freien Nachmittag diskutiert.
Mit meiner stets gut gelaunten Mitfahrerin breche ich auf zu meiner Praxis, die direkt in Viechtach liegt und damit nur etwa 10min Autofahrt durch einen malerischen Waldabschnitt entfernt ist. Die Fahrzeit reicht immer gerade so aus, um zu planen, was wir uns persönlich für den Tag vornehmen und üben wollen, aber auch, um beim lauten Mitsingen unserer Lieblingssongs im Radio so richtig wach zu werden.
7:40 Uhr bin ich umgezogen und starte in den Praxistag. Der Vormittag besteht heute fast ausschließlich aus Sonografieren. Bis 10:30 Uhr kann ich erst eigenständig mit der Abdomen Sonografie starten, dann kommt meine Ärztin dazu und hilft mir dabei, Strukturen noch besser darzustellen und erklärt mir auffällige Befunde. Den ersten 2,5cm großen Gallenstein übersehe ich leider, weil ich mich zu sehr darauf konzentriere, das Pankreas zu finden. Beim nächsten Gallenstein ca. 30 min später bin ich schon Profi…
Die Sprechstunde ist heute recht voll, daher kann ich eigenständig die Patient*innen aufrufen und bereits mit der Anamnese und Untersuchungen beginnen und die gefundenen Befunde dokumentieren. Von Bauchschmerzen bis Schwindel und Zustand nach Sturz sind viele verschiedene Gründe für den Praxisbesuch vertreten, doch zum Glück kennt die Ärztin ihre Patient*innen so gut, dass sie recht schnell erkennt, ob hier Medikament, Überweisung zum Facharzt oder doch ein aufmunterndes Gespräch die beste Wahl sind. Zwischendurch kann ich bei einer Patientin unter Anleitung die Fäden ziehen. Die Praxis schließt am Freitag bereits 11:30 Uhr – bevor ich mich umziehe, erzählt mir die Ärztin noch vom Verlauf eines Patienten, den wir am Montag bei einem Hausbesuch zum Verbandswechsel gesehen haben und den wir dann mit Schlaganfallsymptomatik vom RTW haben abholen lassen.
Bis meine Fahrerin wieder eintrifft habe ich noch eine gute halbe Stunde, um durch den Ort zu schlendern und mit einem Eis in der Sonne sitzend einige Anki-Karten zu lernen sowie die entsprechenden Amboss Kapitel für das morgige Teaching zu überfliegen.
Auf dem Rückweg kaufen wir Eis, um unsere liebe WG mit einem Eiskaffee zu überraschen. Die interessantesten Fälle des Tages werden während der kurzen Fahrt diskutiert, und dann sind wir gedanklich auch bereits im Wochenende angekommen und planen unsere nachmittägliche Wanderung um den Blaibacher See. Es ist ein so warmer Tag, dass wir auf halber Strecke der 3h langen Tour spontan ins eisig kalte Wasser springen, um uns abzukühlen. Die Abendstimmung und der Sonnenuntergang über Wald und Wiesen sind einfach nur traumhaft schön.
Wieder im Ferienhaus angekommen ist unser Kochteam des Tages schon fleißig dabei, die Wraps fürs Abendessen vorzubereiten. Vielleicht endet der Tag später noch in einer entspannten Wizard Kartenspielerunde nach dem Essen.