Donnerstag, 19.03.26
Liebes Landarztmacher-Tagebuch,
die dritte Famulaturwoche neigt sich dem Ende und ich merke jetzt schon, dass mir das gemeinsame Kaffeetrinken und Frühstücken mit den Anderen sehr fehlen wird. Aber umso mehr genieße ich die gute Stimmung am Morgen und nehme sie mit in den Tag. Heute startete ich schon routiniert den Alltag in der Kinderarztpraxis. Am Morgen kommen vor allem kleinere Kinder für die U-Untersuchungen und akut (meistens Infekt) Patient*Innen. Dort darf ich oft schon eine Anamnese und körperliche Untersuchung durchführen und hinterher der Ärztin vorstellen. Sie „überprüft“ jedes Kind und hinterher besprechen wir alles genau. Das gibt mir Raum zum Lernen und gleichzeitig Sicherheit, alles mit einer erfahrenen Ärztin abzugleichen. Es ist spannend die typischen Kinderkrankheiten zu sehen aber auch „Routine“ bei „normalen“ Infekten und ihrer Therapie zu bekommen. Bei Mehrfachimpfungen durfte ich heute wieder zeitgleich mit der Ärztin impfen. Es macht Spaß die beigebrachten Skills von der Ärztin und den Teachings täglich anwenden zu dürfen. Herausfordernd sind für mich immer noch insbesondere die U 7 Untersuchungen, wo die Kinder 2 Jahre alt sind und strolchen. Da wurde mir aber auch schon viele Tipps mitgegeben. Heute war ein besonders schöner Tag in der Praxis. Wir hatten mehrere U2 Untersuchungen, da sind die Kinder erst 3 bis 10 Tage alt und besonders süß 😊. Außerdem waren die Kinder sehr gut drauf, haben sich sehr gut untersuchen lassen und haben viel gelacht. Momente, wo mein Herz aufgeht.
Am Nachmittag stand dann das Pädiatrie-Teaching an. Wir haben Kinderkrankheiten besprochen, an Kindern eine Untersuchung durchgeführt und hinterher durften die Kinder uns Studierende untersuchen. Ihre Freude dabei war wunderschön zu beobachten, insbesondere beim Reflexe klopfen. Lehrreich war auch, dass wir Fragen und Unsicherheiten zu dem Umgang mit Kindern in der Medizin besprochen haben. Am Abend ging es dann erschöpft aber voller schöner Eindrücke in die Unterkunft und wir haben gekocht. Es ist immer wieder toll, mit 15 Studis an einem Esstisch zu sitzen, sich über den Tag auszutauschen und miteinander zu lachen. Obwohl wir sehr müde waren, konnten meine Zimmernachbarin und ich wieder nicht aufhören zu reden, bis uns dann doch die Augen zugefallen sind.
Ich bin so dankbar für die Zeit in diesem Projekt. Es gibt mir die Möglichkeit viel zu lernen, Fragen zu dürfen, ohne das Gefühl zu haben, den Praxisbetrieb aufzuhalten und es hat mir nach einem Tief in dem letzten Semester wieder neue Motivation für diesen wunderbaren Beruf gegeben.
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Heute durften wir alle einmal in den Kindergarten:)
Am Vormittag verteilten wir uns zunächst alle auf unsere Praxen.
In meiner Praxis führte ich ein paar Check Ups durch, und war bei einigen Wundkontrollen und Sprechstunden dabei und dann war der Vormittag gefühlt schon vorbei.
Ich lerne in meiner Praxis jeden Tag ein kleines bisschen dazu! An der Praxis ist vor allem bewundernswert, wie gut das ganze Praxisteam zusammenspielt. Es ist eine warme Arbeitsatmosphäre und ich wurde sehr herzlich aufgenommen in den Praxisalltag. Ich lerne viel, besonders wie man eine gute Arzt-Patienten-Beziehung aufbauen kann. Und dass jeder Arzt seine eigene Art entwickelt, die von seinen Patienten geschätzt wird.
Mein Praxisteam versammelte sich zu der monatlichen Teambesprechung, während ich zum Kinderkurs abgeholt wurde.
Der Kinderkurs fand für uns (Bad Griesbach, Grafenau und einige aus Viechtach) in der Kinderkrippe in Freyung statt. Wir wurden sehr freundlich von den Kindergartenangestellten begrüßt und mit Getränken und Snacks versorgt. Wir setzten uns auf Kinderstühlen in den Stuhlkreis und fühlten uns für einen Moment in Gedanken in unsere eigene Kindergartenzeit zurückversetzt.
Danach kamen die beiden Dozentinnen aus dem Klinikum Dritter Orden aus Passau zu uns. Der Paul stellte sich zur Verfügung und die PJ’lerin Amina zeigte uns, wie wir die Untersuchungen durchführen können. Zwischendrin könnte man auch schon die Kindergruppe, die schon ganz gespannt gewartet hat, vor der Tür hören.
Danach teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Alle stellten sich kurz vor mit Name, Alter und Lieblingsessen sowie Lieblingsfarbe und dann gingen die Untersuchungen auch schon los. Die Kinder wurden gründlichst untersucht: es wurde in die Ohren geschaut, in den Mund geguckt, nach Lymphknoten getastet, aufs Herz gehört und die Lunge abgehört, sowie Reflexe getestet.
Auch die Kleinsten waren am Ende voll dabei: die kleine 2-jährige Marie ließ sich in die Ohren schauen, machte den Mund weit auf und legte sich sogar auf den Teppich für die Bauchuntersuchung als sie sah, wie viel Spaß ihr großer Bruder an der Untersuchung hatte. Dann wurde der Spieß umgedreht und die Kleinen machten sich große Mühe, uns gründlich zu untersuchen. Wir hatten alle echt Spaß! Nachdem einige von uns das Bällebad getestet hatten setzten wir uns zum Abschluss mit den beiden Dozentinnen zusammen und es wurden unsere Fragen besprochen.
Abends lockte die schöne Sonne noch, und so entschied ich mich zu einem Sonnenuntergang Spaziergang bei uns in Bad Griesbach. Den Abend haben wir mit einem gemeinsamen Abendessen bei uns im Haus abgeschlossen (es gab Wraps). Laura hat uns einen sehr leckeren Schoko-Kirsch-Kuchen gebacken. Obwohl ich schon müde war, ließ ich mich zu ein paar anschließenden Runden Stadt-Land-Fluss überreden (Zusatzkategorien: „Bairisch“ und „Trennungsgrund“).