Exzellenter Winter Tagebuch
Montag, 16.03.26
Montag, 6:00 Uhr. Auch nach einigen Wochen fällt der Start in die neue Woche noch schwer, besonders nach dem Wochenende. Dennoch saßen wir wie gewohnt pünktlich um 7:00 Uhr im Auto und fuhren gemeinsam zu unseren Praxen.
Der Vormittag in der Praxis war geprägt von vielen interessanten Gesprächen und Untersuchungen. Mittlerweile werde ich häufig zu den Patient:innen vorgeschickt, darf eigenständig Anamnesegespräche und körperliche Untersuchungen durchführen. Anschließend stelle ich die Fälle dem Arzt oder der Ärztin vor und formuliere erste Verdachtsdiagnosen sowie Therapieansätze. Diese zunehmende Eigenverantwortung ist einerseits herausfordernd, andererseits aber auch sehr lehrreich.
Auch bei den Check-Up- und Ultraschall-Untersuchungen wird einem inzwischen schon mehr zugetraut, sodass sich hier langsam eine Routine einstellt.
Auffällig war, dass sich heute gleich mehrere Konsultationen um das Thema Sexualanamnese drehten. Im Vorfeld hatten wir im Haus bereits häufiger darüber gesprochen, welche Fragen angemessen sind und welche eher nicht. Die heutigen Gespräche haben noch einmal verdeutlicht, wie unterschiedlich die Situationen sein können und wie entscheidend ein strukturierter und vertrauensvoller Umgang ist. Besonders beschäftigt hat mich der Fall einer sehr jungen Patientin mit ausbleibender Menstruation und dem Verdacht auf eine mögliche Schwangerschaft. Gerade in solchen Situationen ist ein behutsames Vorgehen besonders wichtig.
Ein fester Bestandteil des Montags ist das gemeinsame Mittagessen mit meiner Praxis. Heute waren wir in der Brauerei Lindner, die für bayrische Verhältnisse eine gute vegetarische Auswahl bietet. Die Mittagspause bot zudem kurz Zeit zur Erholung, bevor es wie jeden Montag in die Nachmittagssprechstunde ging.
Davor stand aber noch ein Hausbesuch an, da es bei einem Patienten zu einem Sturz mit Verdacht auf eine Oberschenkelhalsfraktur kam. Da die Symptome und die körperliche Untersuchung den Verdacht verstärkten, mussten wir den Patienten leider per Rettungsdienst ins Krankenhaus einweisen.
Parallel dazu berichtete eine andere Teilnehmerin von einem noch ereignisreicheren Einsatz: Sie begleitete einen Notarzteinsatz mit dem Hubschrauber, nachdem sich ein Auszubildender bei der Arbeit mit einer Kreissäge an der Hand verletzt hatte. Auch das gehört zur landärztlichen Allgemeinmedizinischen Versorgung.
Der Rückweg nach dem Praxisschluss gestaltete sich aufgrund überraschend einsetzenden Schneefalls etwas anspruchsvoller. Die kurvigen Straßen und ein für uns Stadtmenschen noch aufregender Wildwechsel erforderten erhöhte Aufmerksamkeit, wurden jedoch durch unsere umsichtige Fahrerin sicher gemeistert.
Zurück im Haus stand gemeinsames Kochen an. Es gab Kürbissuppe und zum Glück für jeden noch Tiramisu vom Vortag. Im Anschluss fand noch eine kleine Vorbereitungseinheit fürs morgige Teaching statt, bei der Grundlagen der orthopädischen Untersuchung, insbesondere bei Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden, wiederholt wurden. Die Inhalte konnten wir direkt praktisch üben, indem wir uns gegenseitig untersuchten.
Im Nu war es 22:00 Uhr und Zeit zum Schlafengehen, mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen aus einem insgesamt lehrreichen Montag.
Mit müden aber glücklichen Äuglein wünsche ich dir, mein liebes Tagebuch, eine gute erholsame Nacht.



