Exzellenter Winter Tagebuch
Sonntagn, 16.03.2025
Sonntag Morgen – der erste Tag dieser Woche ohne Wecker. Ich wache gegen 8:00 Uhr auf. Als ich aus dem Fenster blicke, begrüßt mich der Sonnenschein und ein strahlend blauer Himmel. Das perfekte Wetter für eine Wanderung später! In der Wohnküche treffe ich die ersten Mitbewohner. Nach und nach kommen alle aus ihren Zimmern, und während Phine uns einen Reisauflauf nach Familienrezept zubereitet, setze ich mich mit Sarah zusammen, um unsere Kenntnisse zum EKG für die nächste Praxiswoche aufzufrischen. Das Frühstück schmeckt köstlich und wir genießen den langsamen Start in den Tag in vollen Zügen. Gestärkt machen wir uns auf den Weg zu unserer Wanderung – Burg Weißenstein ist das Ziel. Der Weg führt uns von Rinchnach aus durch das wunderschöne Niederbayern. 12 Kilometer, vorbei an kleinen Dörfern, Feldern, Kühen und Pferden. Das Wetter ist super und die Region zeigt sich von ihrer besten Seite. An der Burg angekommen machen wir eine kurze Pause. Danach geht es weiter – durch den Wald und zwischen Feldern zurück zum Auto. Die Wanderung war wirklich gelungen und alle sind zufrieden, als wir wieder in der Ferienwohnung ankommen. Dort packen alle kurz mit an und der Hausputz ist im Nu erledigt. Die nächste Woche wird geplant, Einkaufslisten und Essenspläne geschrieben, bevor wir einen entspannten Nachmittag verbringen. Am Abend gibt es Moussaka – ein echtes Highlight. Xinhui bringt mit ihrer Expertise in griechischer Küche ein köstliches, authentisches Gericht auf den Tisch. Es schmeckt fantastisch und wir genießen das Essen zusammen, während wir den Tag Revue passieren lassen. Zum Abschluss machen wir es uns alle noch auf dem Sofa gemütlich, schauen zusammen etwas fern und lassen den Tag entspannt ausklingen. Es war ein rundum gelungener Sonntag. Bald geht es ins Bett – die nächste aufregende Woche wartet auf uns.
Sonntag, 16.03.2025 und die Fotos!
Nun sind bereits eineinhalb Wochen verstrichen, seit wir uns im tiefen Bayerischen Walde eingefunden haben. Nach einem sehr erfreulichem, von hellem Sonnenschein durchdrungenen Kennenlernwochenende in Regen und der ersten Woche der mühevollen, doch lehrreichen Famulatur bricht nun der erste von vier freien Sonntagen an, die uns hier in diesem erhabenen Wald vergönnt sind. Kein Wecker stört die Morgenruhe, und doch erhebe ich mich früh aus meinem Lager. Schon binnen weniger Tage hat uns das harte Tagwerk gelehrt, mit dem ersten Lichte des Tages aufzustehen. Und wahrlich, wer vermag sich dieser süßen Versuchung zu entziehen, da Vogelgesang und goldene Morgensonne den Tag in leuchtender Pracht ankündigen?
Auch meinen Gefährten in der Herberge zu Waldmünchen ergeht es nicht anders. Noch verspüren wir keinen Hunger, und so setzen wir uns hinaus auf die hölzerne Terrasse, eine dampfende Tasse köstlichen Kaffees in der Hand, und ergehen uns in Gesprächen über die vergangene Woche. „Endlich ist Zeit für ein ausgiebiges, gemeinschaftliches Festmahl!“ tönt es, und alsbald brechen wir auf, den Tag mit frischem Rührei und kräftigem bayerischen Brote zu ehren.
Während manche sich der wohlverdienten Rast hingeben, erheben sich andere, um sich einer besonderen Herausforderung zu stellen, die nicht geringer als die Bezwingung des gewaltigen Großen Rachels selbst ist. Doch bereits vor dem Aufbruch naht die erste Hürde: Unsere mobilen Gerätschaften, sonst treue Helfer, verweigern jegliche Kundgabe eines Pfades zum Wanderparkplatz. Verwunderung macht sich breit, doch da naht der kluge Rat unserer holden Gastgeberin. „Eure Reise beginnt in Spiegelau“, verkündet sie mit wissendem Lächeln. „Dort, in den warmen Monaten, führt der Igelbus zum Wanderparkplatz. Im Winter jedoch liegt es an Euch, die steile Auffahrt selbst zu bezwingen.“ So geleitet sie uns mit geheimnisvoller Stimme gen Spiegelau, wo wir uns mit unseren Gefährten wiederfinden sollen.
Eilig werden Brote bereitet, der Proviant verstaut, und sodann beginnt unser erstes, wahrhaft eigenmächtiges Abenteuer in diesen rauen Lande. Schon auf der Fahrt ist die Spannung zum Greifen nahe: Wird es uns vergönnt sein, den Rachel zu bezwingen, das Gipfelkreuz mit eigenen Augen zu erblicken? Das altehrwürdige Radio, unser getreuer Begleiter, lässt Bayern1 erklingen und versichert uns holdes Wetter – gleich einem Omen, das uns zu Siegern krönen will.
Froh, dass wir alle heile in Spiegelau angelangt sind, nehmen wir den beschwerlichen Pfad mit den Kutschen in Angriff, bis wir schließlich den Wanderparkplatz erreichen. Dort erwartet uns sogleich eine Überraschung: Trotz sonniger Kunde umfängt uns klirrende Kälte. Eilig hüllen wir uns in wärmende Gewänder, doch die frostige Luft durchdringt alles. „Nur durch Wandern wird uns warm!“ ruft unsere Weggefährtin Miri, und mit klopfenden Herzen folgen wir ihr in die unbekannten Höhen.
Die Wanderung beginnt. Für mich, den unerfahrenen Wanderer, eine Prüfung des Willens. Schon nach kurzer Zeit und langem Flehen gewährt mir die Gruppe ein langsameres Tempo, und ich bin erfüllt von Dankbarkeit, solch edle Gefährten an meiner Seite zu wissen. Bald erreichen wir einen See, dessen glitzernde Fläche von einer festen Eisschicht bedeckt ist – das ersehnte Eisbaden muss entfallen! Doch eine weit größere Herausforderung erwartet uns: Vom Ufer aus erblicken wir das ferne Gipfelkreuz. „O weh! Dorthin sollen wir steigen?“ entfährt es Karo, deren Herz nicht für die Berge schlägt. „Oh ja, und glaubt mir, am Ende werdet ihr frohlocken!“ entgegnet Miri mit fester Stimme.
Doch halt! Plötzlich erfahren wir, dass einer unserer sechzehn Gefährten fehlt! Es ist Philip, der sich ohne ein Wort von der Gruppe entfernte, um seinen natürlichen Bedürfnissen nachzugeben. Schnell wird mir bewusst, dass Trennung hier keine weise Wahl ist – denn in der Wildnis zählt nur eines: Zusammenhalt!
Weiter zieht unser Tross, Schritt um Schritt, kämpfend gegen den tückischen Pfad. Die Augen stets auf den Boden gerichtet, um nicht zu straucheln, erklimmen wir langsam die Höhen. An einer alten Kapelle halten wir inne; es heißt, ein Reiter habe sie aus Dankbarkeit errichtet, da sein Leben hier gerettet wurde. Mit Ehrfurcht läuten wir die Glocke der Kapelle und setzen unseren Aufstieg fort.
Plötzlich stapfen wir durch tiefen Schnee – ein untrügliches Zeichen, dass wir bald das Dach des Rachel erreichen. Die Landschaft um uns verwandelt sich in eine unwirtliche Tundra, doch kein Hindernis vermag unseren Siegeswillen zu brechen. „Durchhalten ist die Devise!“ ruft Miri, und mit eisernem Willen kämpfen wir uns voran. Selbst der Schnee, seine Konsistenz und sein Geschmack, wird von uns ausgekundschaftet – wahre Wanderer lassen– von der weisen Karo inspiriert – nichts unbeachtet!
„Wann, oh wann sind wir endlich da?“ denke ich, als ein lauter Jubelschrei von vorn ertönt: „Wir haben es geschafft! Der Rachel ist bezwungen!“ Unfassbar! Und doch – mit jedem weiteren Schritt entfaltet sich vor meinen Augen das Gipfelkreuz in all seiner erhabenen Pracht. Ein Moment des Triumphes durchströmt uns, und auf 1500 Metern Höhe feiern wir unseren Sieg, speisen und laben uns an der atemberaubenden Aussicht.
Doch bald nagt schon die Kälte an uns, und so beschließen wir, den Abstieg anzutreten. Ein letztes Mal wende ich mich um, betrachte das Kreuz und spüre, wie eine unbeschreibliche Wärme mein Herz durchflutet. „Du, Rachel, bist nun bezwungen! Du wirst mir stets als erstes Gipfelkreuz meines Lebens im Gedächtnis bleiben!“ So spreche ich in Gedanken, ehe ich zu meinen Gefährten aufschließe.
Heimgekehrt erwartet uns bereits ein gar köstliches Mahl – Käsespätzle, ein wahrhaft göttliches Festmahl nach solch kühner Tat. In heiterer Runde erzählen wir den Daheimgebliebenen von unserer glorreichen Expedition. Sie lauschen, staunen, und so klingt der erste Abschnitt unseres Abenteuers in wohliger Zufriedenheit aus. Doch in unseren Herzen brennt die Frage: Welche Prüfung mag das Schicksal als nächste für uns bereithalten?