Exzellenter Winter Tagebuch
Mittwoch, 11.03.26
Liebes Landarztmacher-Tagebuch,
der heutige Tag startete, leicht von Müdigkeit geprägt, mit einem gemeinsamen Frühstück im Hause Neumühle, wo die Erlebnisse und Erfahrungen der letzten Tage geteilt und besprochen wurden. Nach dem nunmehr eingespielten morgendlichen Vorbereitungsritual für die Praxen, starteten wir heute etwas verspätet aber immer noch im zeitlichen Rahmen in Richtung neuer klinischer Erfahrungen.
Einen kurzen Fußweg zu meiner Praxis laufend, bemerkte ich erneut, wie ansehnlich Deggendorf und die Region doch sind – dieser Morgen war magisch! In meiner Praxis warteten auch heute wieder fleißig Patienten darauf, ihre Anliegen vortragen zu können und Unterstützung erhalten zu können, sodass es kurz nach meiner Ankunft schon direkt losging. Meine Ärztin, noch rasch einen Kaffee schnappend und zur ersten Patienteninteraktion bereit, hatte auch heute wieder viel zu tun. Der Vormittag gestaltete sich aus Besprechungen von Blutentnahmen, Abdominalschmerzen, welche eine genauere Abklärung bedurften, sowie interessanten orthopädischen Fragestellungen, wo auch ich endlich wieder unterstützend tätig sein konnte und die neugewonnenen Erkenntnisse & Erfahrungen der Untersuchungskurse motiviert anwenden konnte. Es stellte sich ein Patient mit Rückenschmerz vor, welcher schon seit ein paar Wochen besteht. Nach einer ausführliche Anamnese entschied ich mich natürlich auch noch dazu, zum Äußersten zu schreiten und eine körperliche Untersuchung durchzuführen. Nach dieser gewagten Tätigkeit, besprach ich meine Ergebnisse mit meiner, für den heutigen Tag, zuständigen Ärztin, welche sichtlich zufrieden mit meinem Untersuchungsergebnis war und wir besprachen die weitere Therapie, sodass am Ende der Patient auch einen Teil meines Therapievorschlages bekam, was mich sehr erfreut hatte. Nach diesem motivierenden Ereignis, gab es ein weiteres an diesem Tag, ebenfalls überraschenderweise orthopädischer Natur, jedoch nicht minder interessant. Akuter Schulterschmerz nach körperlicher Be- & wahrscheinlich Überlastung. Meine Ärztin, sichtlich dankbar, dass ich unterstützend tätig sein kann, fragte mich, ob ich mich auch dieses Falles annehmen will. Voller Motivation willigte ich ein und es folgten eine weitere detaillierte Anamnese und bei dieser mir neuen Situation auch ein paar neue Untersuchungen, welche ich noch aus meinem Semester in der Orthopädie zum Thema „Schultergelenk“ akquirieren konnte. Sichtlich überrascht, dass diese Tests positiv waren, besprach ich das weitere Vorgehen erneut mit meiner Ärztin, welche auch dieses Mal meinen Therapievorschlag beherzigte, mir jedoch zu verstehen gab, dass wir eine zurückhaltend-abwartende Behandlung hierbei für sinnvoller erachten. Nach diesem Wissenszuwachs, die Zeit mal wieder fast vergessend, musste ich dann die Praxis leider verlassen – so gern ich auch noch weiter untersucht hätte, um für das anschließende Teaching pünktlich & gewappnet zu sein.
Wir fuhren heute etwas länger zu dem Veranstaltungsort, wo eine weitere Fallbesprechung stattfand. Kurz vor dem Teaching hielten wir noch einmal inne und ließen unseren Blick in die Ferne schweifen – das Bergpanorama, die Sehnsucht nach Wandern auslösend, musste erst einmal dem Wissenserwerb und dem Wetter weichen. Doch das Programm hielt auch einen vergleichbar spannenden Punkt bereit – in reger Diskussion präsentierten wir Fälle & Therapievorschläge, wogen so einige Optionen & Vorgehensweisen ab, sodass heute jeder etwas Neues mitnehmen konnte. Besonders faszinierend war, dass Vitamin C nicht nur in Zitrusfrüchten heimisch und der Erzfeind der Skorbut ist, sondern uns ebenso einen guten Ankerpunkt bietet, um Differentialdiagnosen festzumachen – ein echter Alleskönner! Ein ganz besonderer Fokus und für die Region typisch, lag heute auch noch einmal unser Augenmerk auf der Borreliose. Der Bayerische Wald, nicht vor den Gefahren dieses bakteriellen Ursprungs gefeit, gilt hierbei als Risikogebiet, sodass intensive Kenntnisse sowohl der Borreliose als auch der FSME für diese Region von entscheidender Bedeutung sind. Anschaulich und mit entsprechenden fotographischen Aufnahmen, vergegenwärtigten wir uns noch einmal dieses Krankheitsbild und wie das Erythema migrans, so wanderte auch unser Fokus noch einmal auf die vorherigen Kenntnissen aus der Mikrobiologie, sowie der Klassifikation von Antibiotika. Mit diesem Rüstzeug in Diagnostik & Therapie ausgestattet, sowie von neuen Erkenntnissen und durch den Regen triefend, verließen wir die Praxis, um den Rückweg in heimische Gefilde anzutreten.
Angekommen und die idyllische Natur für einen kurzen Moment genießend, kochten wir noch gemeinsam, besprachen uns über die Erlebnisse & Eindrücke des heutigen Tages und ließen den Abend mit der Vorbereitung des morgen anstehenden Teachings ausklingen. Die Vorfreude auf den „Nahtkurs“ war allen anzusehen!
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Unser Tag begann wie immer früh am Morgen. Um 7:00 Uhr sind wir alle gemeinsam mit unserem Fahrer Patrick zur Praxis gefahren. Wie jeden Tag hörten wir im Auto unser kleines Ritual-Lied „Auf der Jagd“, das inzwischen einfach zu unserem Morgen dazugehört. Ich bin sehr froh, hier zu sein. Ich darf viele Dinge selbst machen und viel lernen. Besonders schön finde ich die Atmosphäre: Alle von den MFA über die Ärztinnen und Ärzte bis zum gesamten Team sind unglaublich nett, hilfsbereit und herzlich. Da ich die einzige Studentin aus Zypern bin, wurde ich von Anfang an sehr warm aufgenommen, was mich wirklich sehr freut.
Heute war insgesamt ein eher ruhiger Tag. Um 12:10 Uhr machten wir uns wieder auf den Heimweg natürlich wieder mit Musik und unserem Lied „Heimkehr von der Jagd“. Um 14:00 Uhr hatten wir Teaching mit Herrn Dr. Blank. Heute waren auch die Studierenden aus dem Haus Waldmünchen bei uns im Haus Viechtach zu Besuch. Das Teaching war sehr interaktiv und wir haben gemeinsam verschiedene Fälle besprochen, was sehr spannend und lehrreich war. Besonders schön war auch, dass ein Hund dabei war das hat sofort für gute Stimmung gesorgt.
Nach dem Teaching um 17:00 Uhr hatten wir Freizeit. Einige von uns gingen spazieren, andere joggen und manche spielten Frisbee, da das Wetter noch sehr schön war. Wir hatten bereits Essen vorbereitet, sodass wir am Abend alle gemeinsam essen konnten.
Es war ein wirklich sehr schöner und gelungener Tag.





