Exzellenter Winter Tagebuch
Dienstag, 11.03.25
Es ist Dienstagmorgen und der Wecker klingelt um 6:30Uhr. Ich bin das frühe Aufstehen noch nicht gewöhnt und schlafe leider weiter, bis mich zum Glück meine tolle Zimmernachbarin aufweckt. Schnell pack ich mir noch was zu Essen ein und schon sind wir auf dem Weg zu den Praxen. In der Früh war es noch so mystisch neblig, aber langsam kommt nun die Sonne raus. Von uns dreien im Auto springe ich als Erste an meiner Praxis raus und bin gespannt auf den zweiten Tag in meiner Praxis.
Von der Hausarzt Famulatur lerne ich neben viel wertvollem Medizinischem auch, was es bedeutet eine Praxis am Laufen zu halten, mit allem was dazu gehört, ein Teil des Gesundheitssystems zu sein, viel Technik, und dem wirtschaftlichen Aspekt. Ich lerne auch, dass die Prävention und Prophylaxe ein wichtiger Aspekt der Allgemeinmedizin ist. Ich darf mich heute auch mal am Sonogerät probieren und finde es schwer die Anatomie, den Bildschirm und das, was ich mit dem Schallkopf mache, zusammen zu bringen. Gallenblase und Leber finde ich zwischen den Rippen, aber Pankreas und Milz sind mir noch ein Rätsel. Carotisstenose und Leberzysten werden ausgemessen und der Tag vergeht schnell. Leider vergesse ich ein bisschen die Zeit und ich lasse aus Versehen, die beiden anderen, die mich abholen kommen, warten. Wir fahren nach Regen, weil wir da heute unser erstes Teaching mit Wolfgang haben. Davor gehen wir noch ein bisschen spazieren am Fluss und treffen uns dann gemeinsam mit den anderen Häusern in der AOK.
Heute steht der Wissenskurs auf dem Programm. Es geht um evidenzbasierte Medizin, hört sich ein wenig theoretisch an, aber ist sehr spannend, denn wie entscheidet man sich als Arzt/Ärztin wann für welche Therapie und warum? Es gibt so viele Leitlinien und Dosierungen, aber das Wichtigste für mich ist, zu verstehen, dass es einfach viele verschiedene Therapiemöglichkeiten gibt. Jeder macht was Eigenes und man muss selbst nachdenken und reflektieren, über das, was man persönlich tun will, denn es gibt nicht den einen richtigen Weg.
Nach dem interessanten Teaching fahren wir nachhause, kochen comfort food und treffen draußen noch eine Krötenwanderung. Nach dem Essen, sitzen wir noch gemütlich zusammen und beenden den Tag mit einer Folge doctor’s diaries und Sonobildern von Amboss um uns auf das Sonoteaching morgen vorzubereiten. Das gemeinschaftliche Beisammen Sein macht mich froh und ich bin sehr gespannt auf den nächsten Tag.
Wie (un-)gewohnt ging es wieder früh los, bis jetzt ohne logistische Probleme bei Badezimmernutzung oder am Frühstückstisch. Wie gestern auch schon fahren wir kurz nach 7 zu unseren Praxen los – heute leider unter bewölktem Himmel. Gearbeitet wird aber heute nur halbtags, das erste Teaching steht an.
Unter dem Thema „Wissen in der Hausarztpraxis“ bekommen wir allerhand Informationen über den Umgang mit Leitlinien und wo diese zu finden sind. Interaktiv gestaltet und mit kleinen Gruppenarbeiten vergehen die zweieinhalb Stunden wie im Flug, auch eine Pause mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen war drin.
Ausklingen lassen wir den Abend wie bisher üblich mit einem gemeinsamen Abendessen – aber fehlen da nicht zwei? Die ersten haben lieber auf den Abend in Gemeinschaft verzichtet, fühlen sich nicht so gut. Wir wünschen gute Besserung und gönnen uns ausreichend Schlaf, kurz nach 10 schon herrscht wieder Stille im Haus.