Exzellenter Winter Tagebuch
Samstag, 07.03.26
Verdammt früh für ein Wochenende. Um 8 Uhr klingelte der Wecker – zumindest bei den meisten von uns. Einige waren sogar noch früher wach. Nicht unbedingt freiwillig, aber wenn ein Teaching ansteht, hilft alles nichts – schließlich geben wir ja alle 120%. Also raus aus dem Bett, schnell fertig machen und erstmal gemeinsam frühstücken. Wie so oft war das Frühstück nicht nur dazu da, wach zu werden, sondern auch, um den Tag gemeinsam zu starten: Wer fährt mit wem? Wer braucht noch Kaffee? Und wer hat eigentlich schon wieder die Marmelade leer gemacht?
Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Regen zum Teaching. Heute stand ein Untersuchungskurs auf dem Programm, und zwar zu mehreren Organkomplexen: Rücken, Abdomen, Thorax und HNO. Dafür waren vier Stationen aufgebaut, die wir nacheinander durchliefen.
An jeder Station ging es darum, die wichtigsten Untersuchungsschritte noch einmal praktisch zu wiederholen – so, wie sie in einer Hausarztpraxis wirklich sinnvoll und effizient durchzuführen sind. Der Fokus lag also nicht auf möglichst exotischen Spezialtests, sondern auf dem, was im Alltag wirklich hilft. Wir untersuchten uns gegenseitig, tasteten, hörten ab, prüften Beweglichkeit und Reflexe und bekamen immer wieder hilfreiche Tipps, wie man mit wenigen Handgriffen möglichst viele relevante Informationen bekommt. Genau die Art von praktischer Wiederholung, die man sich im Studium eigentlich viel öfter wünschen würde.
Ein weiterer Schwerpunkt des Teachings war ein Anamnesegespräch mit einem Schauspielpatienten. Eine von uns schlüpfte in die Rolle der Ärztin, die andere spielte eine Patientin mit rechtsseitigen Unterbauchschmerzen, während der Rest der Gruppe im Hintergrund beobachtete. Das Besondere war, dass jede und jeder von uns auf einen anderen Aspekt achten sollte: Gesprächsstruktur, offene Fragen, Körpersprache, Umgang mit Pausen, Empathie.
Im anschließenden Feedback wurde schnell klar, wie unterschiedlich ein und dieselbe Situation wahrgenommen werden kann. Besonders hängen geblieben ist uns ein Punkt aus der Abschlussrunde: Wie hilfreich es sein kann, das bisher Gesagte im Gespräch kurz zusammenzufassen – sowohl für sich selbst als auch für den Patienten. So merkt man schnell, ob noch etwas Wichtiges fehlt oder wie es sinnvoll weitergehen könnte.
Außerdem haben wir mitgenommen, dass es durchaus sinnvoll sein kann, den Ablauf des Gesprächs gemeinsam mit dem Patienten zu gestalten: kurz erklären, was man vorhat, nachfragen, ob noch Anliegen offen sind, und den Termin auf Augenhöhe strukturieren. Kleine Dinge, die aber vermutlich einen großen Unterschied im Praxisalltag machen können.
Nach dem Teaching verteilten sich die Wege etwas. Einige von uns zog es am Bretterschachten zum Langlaufen. Wir haben schnell festgestellt, dass unsere Fitness dafür heute eher nicht ausreichen würde – und haben uns stattdessen für eine deutlich entspanntere Variante entschieden. Also blieben wir in Regen, setzten uns in ein Café und genossen ein bisschen die exzellente Sonne. Danach noch ein kleiner Spaziergang durch den Ort.
Am Abend ging es zurück in die Unterkünfte. Dort wurde gemeinsam gekocht, erzählt, gelacht – und natürlich der Abschluss unserer ersten Woche hier gebührend gefeiert.
Wenn man bedenkt, wie fremd wir uns noch vor ein paar Tagen waren, fühlt sich die Gruppe inzwischen erstaunlich vertraut an. Ein schöner Abschluss für unseren ersten Samstag hier im Bayrischen Wald!

