Exzellenter Winter Tagebuch
Donnerstag, 05.03.26
Liebes Landarztmacher-Tagebuch,
der vierte Famulaturtag beginnt für uns – fast schon in alter Tradition – mit einer Autofahrt zur Blasmusik „Auf zur Jagd“ durch eine von der Morgensonne durchflutete Landschaft mit deutlich weniger Nebelschwaden als in den vergangenen Tagen.
In der Praxis angekommen, startet die Sprechstunde mit einem Bauchaortenscreening und ich darf im Anschluss den Patienten weiter sonografisch untersuchen und die gestern erlernten Ultraschall-Skills direkt üben. Die Gallenblase wird schnell entdeckt, aber für die linke Niere muss ein Weilchen justiert werden. Inzwischen hat sich das Wartezimmer gefüllt und es stellen sich Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichsten Erkrankungen und Lebensgeschichten vor. Von grippalen Infekten über Wundversorgungen, Bluthochdruck und Schwindel bis hin zu einer Frozen Shoulder ist heute alles zu sehen. Die Sprechstunde läuft reibungslos und ich bin immer noch beeindruckt von den gut eingespielten Abläufen und wie sich das Team – auch in privaten Angelegenheiten – unterstützt. So langsam gewöhne ich mich an die ländliche Umgebung, bin aber nach wie vor überrascht, wenn zwei Pferde vor dem Fenster des Behandlungszimmers stehen.
Die Zeit ist knapp bemessen, aber die Ärztin erklärt mir viele praktische Details aus ihrem Berufsalltag und berichtet von spannenden Fällen aus ihrer jahrelangen Erfahrung, die sie teilweise sogar mit eindrücklichen Fotos untermauert.
Auf einmal taucht ein als Notfall markierter Patient in der Warteliste auf. Schnell ist klar, dass das Sonografiegerät noch einmal zum Einsatz kommt als ein von Nierenkoliken geplagter Patient vor uns sitzt. Das erste Mal bin ich live bei der Diagnostik eines Harnstaus dabei.
Vor lauter aufregenden Fällen verpasse ich es pünktlich zu gehen und renne gemeinsam mit meiner Famulaturkollegin aus der Nachbarpraxis zum Bahnhof, um nach Furth zu fahren und die anderen unserer Fahrgemeinschaft zu treffen. Zusammen tanken wir in der Innenstadt Energie mit Brezeln und Kaffee im strahlenden Sonnenschein und tauschen uns über das Erlebte aus bevor es zum Teaching nach Cham geht. Dort lernen wir im Wissenskurs anhand von Fallbeispielen, wie sie dem ein oder anderen hier schon während der Famulatur begegnet sind, wie wir am besten im beruflichen Alltag recherchieren und leitliniengerecht diagnostizieren und therapieren können.
Am Ende rauchen die Köpfe und mit der nahezu majestätisch anmutenden Blaskapelle fahren wir zu „Heimkehr von der Jagd“ wieder nach Hause. Auf dem Weg kramen wir in den tiefsten Schubladen unserer Gehirne, um die Untersuchungsmöglichkeiten zur Unterscheidung zwischen zentralem und peripheren Schwindel zusammen zu bekommen, was uns mit vereinten Kräften tatsächlich noch gelingt.
Zu Hause geht es ans Gemüseschnippeln und wenige Zeit später sitzen wir gemütlich am großen WG-Tisch und essen Wraps während in der Ecke das Kaminfeuer lodert.
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Der Tag begann heute früh um 6:15 Uhr. Noch ganz ruhig und entspannt machten wir uns auf den etwa 30-minütigen Weg zur Praxis. Als wir ankamen, konnte ich mit einer Tasse Kaffee in der Hand den Sonnenaufgang neben der Praxis genießen – ein wirklich ruhiger und schöner Start in den Tag, bevor es im Praxisalltag wieder lebendig wurde.
In der Praxis fühle ich mich inzwischen sehr gut aufgehoben. Das Team und die Ärztin schaffen eine angenehme Atmosphäre, in der man viel ausprobieren und gleichzeitig immer Fragen stellen kann. Besonders spannend war heute, dass wir am Tag zuvor einen Sonokurs hatten. Dadurch durfte ich direkt mehrere Patientinnen selbst schallen, natürlich unter der aufmerksamen Beobachtung der betreuenden Ärztin. Es ist schön, die neu gelernten Fähigkeiten gleich anwenden zu können und dabei immer sicher begleitet zu werden.
Auch sonst war der Vormittag abwechslungsreich. Neben der Sonographie durfte ich verschiedene praktische Aufgaben übernehmen: ein Belastungs-EKG durchführen, eine Spirometrie betreuen, bei der OP-Vorbereitung helfen und natürlich darf auch die Blutabnahme nicht fehlen. So verging der Vormittag in der Praxis wie im Flug und man sammelt mit jeder Patientin und jedem Patienten ein bisschen mehr Routine.
Um 14 Uhr ging es dann weiter zum Teaching. Heute stand ein Wissenskurs auf dem Programm, bei dem wir uns mit den Teilnehmer*innen aus den anderen Unterkünften getroffen haben. Gemeinsam haben wir uns damit beschäftigt, wie man im Praxisalltag mit Leitlinien arbeitet und welche Schritte man bei verschiedenen Krankheitsbildern systematisch gehen kann. Der Austausch war sehr hilfreich und hat viele praktische Fragen aus dem Alltag aufgegriffen.
Nach dem Teaching ging es zurück zu unseren Unterkünften. Dort haben wir direkt angefangen gemeinsam zu kochen. Nach dem langen Tag tat es gut, zusammen in der Küche zu stehen, sich auszutauschen und anschließend das selbstgekochte Abendessen zu genießen. So konnten wir den Tag in entspannter Runde ausklingen lassen.










