Exzellenter Winter Tagebuch
Dienstag, 01.04.25
Um 6:30 Uhr klingelt der Wecker, schnell ins Bad, dann frühstücken, denn
um 7:20 Uhr ist Abfahrt Richtung Praxis. Heute ist nur ein kurzer
Vormittag in der Praxis, denn das Teaching beginnt bereits um 12:30 Uhr.
Dafür umso mehr zu tun. Erstmal ein paar Blutentnahmen und Impfungen
durchführen. Danach war ich bei der Sprechstunde mit Medikamentenplan
sortieren und Blutdruck messen beschäftigt. Da sich meine Praxis in
einem Kurort befindet, haben wir auch viel mit Kurgästen zu tun. Diese
bringen oft eine lange medizinische Vorgeschichte mit. Von Rheumatischen
Erkrankungen über Bandscheibenvorfälle bis hin zu Fibromyalgie und
chronischem Schmerzsyndrom ist alles dabei. Bei der klassischen Badekur
bekommen die Patienten von uns ein Rezept für eine der Thermen hier im
Kurort ausgestellt. Zusätzlich gibt es Anwendungen wie Krankengymnastik,
Elektrotherapie, Massage und Fango verschrieben, natürlich auf den
jeweiligen Patienten und seine Beschwerden und Wünsche angepasst.
Als Teaching war heute wieder eine Fällevorstellung an der Reihe.
Diskutiert wurden verschiedene Situationen aus unserem Praxisalltag, die
wichtigsten Differentialdiagnosen und Therapiemöglichkeiten. Verköstigt
wurden wir mit leckerem Apfelkuchen, Weintrauben und Reiswaffeln mit
Humus. Am Abend saßen wir bei schmackhaften Wraps zusammen und zum
krönenden Abschluss schauten wir im Heimkino der Unterkunft noch „Die
Minions-2“.
Der heutige Tag begann wie gewohnt sehr früh und hektisch – schnell wurden Kaffee und Müsli inhaliert um einigermaßen wach und gestärkt in den Tag zu starten. Langsam trudelten nach und nach alle 15 BewohnerInnen unseres Viechtacher Hauses im Esszimmer ein und starteten zusammen in den Tag.
In der Praxis angekommen wurde ich direkt zum ersten Patienten geschickt, den ich im eigenen „Studenten-Sprechzimmer“ körperlich untersuchen und befragen durfte. Dieser präsentierte sich mit Atembeschwerden und Symptomen einer Lungenentzündung – diese Verdachtsdiagnose teilte ich dann auch meinem Arzt mit und gemeinsam führten wir eine Ultraschalluntersuchung der Lunge durch und hörten die Lunge ab. Dem Patienten wurden Medikamente verschrieben. Im Sprechzimmer habe ich dann unter Anleitung noch bei mehreren Patienten eine Echokardiographie und sogar eine Kompressionssonografie der Beinvenen zum Ausschluss einer tiefen Beinvenenthrombose durchführen dürfen. Auch ein Ultraschall des Abdomens konnte ich bei einer Patientin machen.
Nach mehr als drei Wochen Famulatur darf ich nun schon viele Arbeitsschritte selbstständig und unter Aufsicht durchführen und bin viel sicherer im Umgang mit PatientInnen geworden. Auch habe ich ein Interesse an der Kardiologie und der Ultraschalluntersuchung des Herzens entwickelt und konnte hier schon viel durch die Anleitung der Ärzte in meiner Praxis und die praktische Übung an PatientInnen mitnehmen. Besonders motivierend finde ich, wie ich individuell ganz nach meinen Interessen und Fähigkeiten gefördert werde und wie viel mehr Spaß mir das Lernen dadurch macht.
Nach dem Vormittag in der Praxis bin ich dann mit der zweiten Studentin aus meiner Praxis wieder zurück in unser Haus gefahren, hier warteten schon unsere MitbewohnerInnen mit einer Brotzeit auf uns, bevor am Nachmittag das Teaching in unserem Haus startete; gemeinsam mit den Waldmünchnern hatten wir eine Fallvorstellung unter der Leitung einer Hausärztin aus der Region, in der wir verschieden Fälle aus unseren Praxen diskutiert haben und unsere Erfahrungen teilen konnten.
Das absolute Tageshighlight folgte dann aber noch am Abend: wir waren mit den Ärzten und MFAs unserer Praxis essen, und gemeinsam haben wir einen netten und entspannten Abend verbracht. Nach drei Wochen fühlt es sich schon ein bisschen so an, als wären wir Teil des Praxisteams geworden! Nun sind es nur noch wenige Tage in der Famulatur und der Hausgemeinschaft und ich weiß jetzt schon, wie sehr ich alle hier vermissen werde.