Exzellenter Winter Tagebuch
Freitag, 26.09.2026
Um 07:30 Uhr klingelte heute der Wecker. Nach dem Aufstehen war erst einmal fertig machen und frühstücken angesagt, denn um 08:20 Uhr mussten wir schon von Bad Griesbach in Richtung Regen los. Dort sollte um 10 Uhr unser heutiges Teaching starten. Eigentlich also genug Puffer – dachten wir zumindest. Irgendwo auf dem Weg haben wir es dann trotzdem geschafft, uns zu verfahren und plötzlich wurde die eigentlich entspannte Anreise doch noch etwas hektischer. Am Ende haben wir Regen aber gefunden und waren gerade noch rechtzeitig da.
Heute stand der sogenannte „Chroniker-Tag“ auf dem Programm. In vier verschiedenen Räumen ging es um Erkrankungen, die einem wahrscheinlich in jeder Hausarztpraxis regelmäßig begegnen werden.
Für uns startete der Tag mit dem Thema „Asthma und COPD“. Dabei wurden zunächst die Grundlagen wiederholt und mithilfe von Zeichnungen die Veränderungen in der Lunge anschaulich erklärt und wie die medikamentöse Therapie am besten angesetzt werden kann. Natürlich durften auch die klassischen Begriffe „Pink Puffer“ und „Blue Bloater“ nicht fehlen.
Dass sich eine Atemwegsverengung nicht besonders angenehm anfühlt, durften wir danach sogar selbst ausprobieren. Dafür sollten wir durch einen Strohhalm atmen und gleichzeitig eine Treppe hochlaufen. Schon nach kurzer Zeit war ziemlich deutlich, wie unangenehm es ist, wenn beim Ein- und Ausatmen plötzlich deutlich weniger Luft zur Verfügung steht.
Danach ging es direkt weiter mit Diabetes mellitus. Auch hier wurden zunächst die wichtigsten Grundlagen wiederholt und anschließend verschiedene Aspekte der hausärztlichen Betreuung besprochen. Besonders hängen geblieben ist mir die Aussage, dass nur ungefähr 5 % der Patientinnen und Patienten mit Diabetes bei ihrer Vorstellung beim Hausarzt symptomatisch sind. Viele werden also entdeckt, bevor sie überhaupt die typischen Beschwerden bemerken – ein guter Reminder dafür, welchen Stellenwert Vorsorge und regelmäßige Kontrollen gerade in der Hausarztpraxis haben.
Nach so viel Input wurde es dann Zeit für die Mittagspause. Bei Snacks konnten wir uns stärken und uns gleichzeitig mit den Studierenden aus den anderen Häusern austauschen. Mittlerweile hat ja jeder schon einiges in seiner Praxis oder Klinik erlebt, sodass es eigentlich immer etwas zu erzählen gibt.
Frisch gestärkt ging es für uns danach mit der Herzinsuffizienz weiter. Hier wurde es wieder schön praktisch: An einem Flipchart haben wir gemeinsam gesammelt, welche Probleme bei einer Herzinsuffizienz eigentlich im Vordergrund stehen und an welchen Stellen man therapeutisch ansetzen kann. Anschließend ging es um die verschiedenen Möglichkeiten der medikamentösen Therapie und darum, welche Stellschrauben man je nach Patientin oder Patient nutzen kann. Gerade durch das gemeinsame Erarbeiten am Flipchart blieb das Ganze deutlich besser hängen als bei einer reinen Präsentation.
Die vierte und damit letzte Station des Tages war die Koronare Herzkrankheit. Dort hörten wir einen spannenden Kurzvortrag, in dem die wichtigsten Punkte rund um die KHK kompakt und anschaulich zusammengefasst wurden. Auch der „Marburger Herz-Score“ spielte dabei eine Rolle – ein hilfreiches Werkzeug, um bei Patientinnen und Patienten mit Brustschmerzen die Wahrscheinlichkeit für eine koronare Ursache besser einschätzen zu können.
Und weil beim Exzellenten Sommer zum Glück nicht nur Medizin auf dem Programm steht, gab es für den Nachmittag noch ein kleines Extra: Wir konnten uns entscheiden, ob wir kostenfrei ins Elypso nach Deggendorf oder in die Kletterhalle gehen wollten. Nach mehreren Stunden Herzinsuffizienz, Diabetes, COPD und KHK war ein bisschen Bewegung beziehungsweise Entspannung auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung.
Damit ging ein ziemlich voller, aber abwechslungsreicher Tag zu Ende. Neben viel neuem und aufgefrischtem medizinischem Wissen bleibt vor allem hängen, dass wir inzwischen sogar eine Fahrt von Bad Griesbach nach Regen etwas spannender gestalten können als ursprünglich geplant.


