Exzellenter Winter Tagebuch
Mittwoch, 13.03.2024
Der Wecker klingelt. Meine Zimmernachbarin nimmt erstmal einen tiefen Zug aus ihrem heißgeliebten Kindernasenspray. Nasenspray drin – der Tag beginnt.
Bei der kurvigen Fahrt Richtung Praxis beschließe ich, dass ich zum ersten Mal der Kinderärztin unserer Hausarzt-Gemeinschaftspraxis zuschauen will. Bis jetzt waren meine Zimmernachbarin, welche in der gleichen Praxis ist, und ich nur bei den Allgemeinmedizinern der Praxis. Wie man es nicht anders erwarten würde kommt das erste Kind mit einem typischen Kinderexanthem in das Arztzimmer. Dankbar, dass ich eine FFP2 Maske wegen meines eigenen Schnupfens trug, war die Diagnose aufgrund der Himbeerzunge und des positiven Streptokokken-Schnelltests auch schnell gestellt. Nach einigen Erklärungen seitens der Ärztin zu kindlichen Exanthemen und U2 Untersuchungen diagnostizierten wir beim zweiten Kind eine Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Und so nahm der Tag seinen Lauf.
Gegen Mittag ging ich zu meiner Zimmernachbarin in den Sono-Raum, um sie für die Mittagspause und das darauf folgende Teaching abzuholen. Mit strahlenden Augen zeigte sie mir das selbst entdeckte entzündete Darmdivertikel. Nun war auch ich stolz wie Bolle: ich hatte während des Sono Teachings und einiger Praxistage versucht, ihr meine Leidenschaft und Grundkenntnisse über die Sonographie beizubringen. Glücklich welche Fortschritte meine geduldige Sonoschülerin in den letzten 2 Wochen gemacht hat, düßten wir mit dem Auto zu den Arztpraxen des Geschwisterpärchens der Fahrgemeinschaft. Auf der Fahrt zum nächsten Döner freute ich mich über die tägliche liebevolle Neckerei des Geschwisterpärchens.
Da wir vor dem Teaching noch etwas Zeit hatten machten wir einen kleinen Roadtrip zu einem Waffelladen in einem alten Zugabteil, in welchem wir Kaffee tranken und uns über die wirklich wichtigen Dinge im Leben wie „Hättest du lieber keinen Geschmack oder keinen Tastsinn, z.B auch beim Sex“ lautstark unterhielten. Einige der umsitzenden Personen wunderten sich wahrscheinlich über die Offenheit von uns vier Studierenden. Danach ging es direkt weiter zum Teaching, bei dem wir schwierige Momente oder Gespräche der letzten 2 Wochen mit psychisch erkrankten Personen reflektierten. Als wir abends nach der Fahrt in unsere kleine, gemütliche WG müde auf dem Sofa saßen erzählte eine Studentin noch von einem Fall, den man in einer Hausarztpraxis in der Stadt wohl nicht erleben würde. Eine Kuh sei dem Landwirt wohl auf den Fuß gestanden und die Arztpraxis verwieß den Patient dann direkt weiter zum Röntgen. Nach einer kurzen Pause auf dem Sofa beginnen wir auch schon mit dem Abendessen richten und genießen den Rest des Abends.
Und der Tag endet, wie er beginnt – mit einem Zug Nasenspray – aber dieses Mal wir beide