Exzellenter Winter Tagebuch
Nach einem atemberaubenden Wochenende voller Skilanglauf und Wanderungen startete heute die zweite Woche unserer Famulatur im Bayerischen Wald.
Schon um 6:30 Uhr fanden sich die ersten TeilnehmerInnen in der gemeinschaftlichen Küche ein. Selbst noch etwas verschlafen, bereiteten sie ihr Frühstück zu, um sich für den bevorstehenden, langen Famulaturtag zu stärken. Um 7:00 Uhr verließen die Ersten das Haus, und auch wir fuhren zu dritt kurz danach in Richtung Bad Kötzting. Die Vorfreude auf die ersten Untersuchungen und Sprechstunden in unseren Praxen machte sich bemerkbar. Auf der Fahrt eröffnete sich uns eine wunderschöne Landschaft, und die Sonnenstrahlen dieses Morgens weckten uns langsam auf. Die Vorfreude auf den Tag wurde immer größer.
Pünktlich um 8 Uhr begannen die ersten Untersuchungen des Tages in der Kinderarztpraxis, in der ich nun eine weitere Woche meiner Famulatur nachgehe. Der Warteraum füllte sich rasch mit aufgeregten Kindern und ihren Eltern. Die Vielfalt der Fälle war beeindruckend – von Vorsorgeuntersuchungen bis zu spezielleren Kinderkrankheiten. Mein betreuender Arzt und die freundlichen Arzthelferinnen erklärten mir geduldig jeden Schritt und zogen mich aktiv in die Untersuchungen mit ein.
Wie bereits am Ende der vorherigen Wochen durfte ich auch heute wieder eigenständig Anamnesen führen. Es erfüllte mich mit Freude, dieses Vertrauen entgegengesetzt zu bekommen. Es war ein gutes Gefühl zu wissen, dass ich bereits selbstständig Aufgaben erfolgreich erledigen konnte und meinem Arzt so unterstützend zur Seite stehen konnte.
Der Tag neigte sich gegen 17 Uhr dem Ende zu, und ich empfand tiefe Dankbarkeit für die Gelegenheit, an so vielen Aspekten der Kindermedizin teilzuhaben. Erschöpft, aber erfüllt von den zahlreichen Erfahrungen und neuen Erkenntnissen, die ich sammeln durfte, kehrten wir zurück in unser wunderschönes Ferienhaus am Waldrand in Viechtach und genossen die untergehende Sonne.
Nach und nach trudelten alle wieder ein, und wir bereiteten gemeinsam ein köstliches Linsen Dahl zu. Erschöpft, aber zugleich erfüllt, saßen wir noch eine Weile beisammen, tauschten uns aus und gingen dann rechtzeitig schlafen, um Energie für den kommenden Tag zu tanken. Es scheint, als freuten sich alle auch heute auf die bevorstehenden Tage und die weiteren Erfahrungen, die wir sammeln werden.
Nach einem ereignisreichen Wochenende fiel es diesmal allen besonders schwer um 6:30 aus den Betten zu kommen. Doch dank unserer multifunktionalen Kaffeemaschine wurden unserer Geister bald geweckt und wir machten uns nach einem schnellen Frühstück gegen 7 alle langsam auf den Weg in die Praxen. Nach der gewohnt kurvigen Fahrt erreichten wir gegen kurz vor 8 unsere Praxis und man sah schon viele Patienten anstehen. Und so turbulent startete auch die Woche. Von grippalen Infekten, Blutabnehmen und Op-Vorbereitungen über Leberzirrhose bis hin zu NSTEMI war alles dabei. Ich konnte viel mithelfen und durfte einige Untersuchungen selbst machen. Im Sono hatte ich endlich mal die Möglichkeit eine Leberzirrhose selbst zu schallen, auch wenn ich erstmal natürlich nichts erkannt habe. Aber wer weiß vielleicht erkenne ich sie das nächste mal – lol. Der Vormittag verging wie im Fluge und endlich hatten wir unsere wohlverdiente Pause. Diese verbrachten wir diesmal in der Sonne und tankten Energie für den Nachmittag. Dieser begann mit Hausbesuchen, bei denen wir allseits herzlich begrüßt wurden und spannende Fälle sehen konnten. Besonders eine ausgeprägte Aortenstenose ist mir in Erinnerung geblieben. Auch Schokolade konnten wir für uns gewinnen – die Snacks für die Teachings sind erstmal gebongt. Parallel haben wir auf den Fahrten noch eine Panoramatour bekommen und die Umgebung von Furth im Walde bei schönstem Wetter kennen gelernt.
Nach einem intensiven Arbeitstag mit vielen Eindrücken ging es dann abends nach Hause. Dort hatten wir alle ordentlich Hunger und wir haben Pizza gemacht. Danach spielten wir noch eine Runde Werwolf und hatten hitzige Diskussionen. Um wieder runterzukommen, ließen wir den Abend bei „Wer wird Millionär“ gemütlich ausklingen und fielen danach erschöpft in die Betten.