Exzellenter Sommer Tagebuch
Draußen ist es ungewöhnlich düster als der Wecker morgens klingelt. Das Niesel-Wetter macht einem das Aufstehen heute nicht unbedingt einfach, trotzdem sitzen wir kurz darauf zu viert im Auto auf dem Weg nach Zwiesel. Angekommen in der Kinderarztpraxis von Dr. Bekelaer werde ich sogleich vom Praxisteam mit einem Cappuccino empfangen. Danach geht es direkt los zu unseren kleinen Patient:innen. Wie immer stehen einige Vorsorgeuntersuchungen auf dem Plan, bei denen die Entwicklung der Kinder mit Sprach-, Hör- und Sehtest und einem Gespräch mit den Eltern kontrolliert wird. Vom 4 Wochen alten Baby bei der U3 bis zum Teenager bei der J1 ist alles dabei, was den Arbeitsalltag in der Praxis so schön abwechslungsreich macht. Den restlichen Vormittag kann ich viele Kinder untersuchen und mehrmals einen Nierenultraschall machen. Beim Impfen begrüßen mich die Kinder meist mit einem strahlenden Lächeln, bevor sie mich nach dem Piks vorwurfsvoll anschreien. Mit einem bunten Pflaster und Gummibärchen ist der Ärger aber meist wieder schnell vergessen.
Nach der Sprechstunde geht es durch den Nationalpark zurück nach Grafenau. Dort wird erstmal noch die Spekulatius-Packung geplündert, denn bei manchen kommt angesichts des regnerisch-kalten Wetters schon Adventsstimmung auf. Da wir heute unseren F-R-E-I-E-N Nachmittag haben, fahren wir bei Regen nach Bodenmais. Dort machen wir eine Führung durch das Bergwerk Silberberg und erkunden ausgestattet mit gelben Helmen die Unterwelt des Bayrischen Waldes. Abends werden wir mit einer leckeren ukrainischen Suppe nach Omas Rezept verwöhnt und fallen danach müde ins Bett. Wir freuen uns auf das Wochenende und schauen mal was wird.
Um 6:30 klingelte mein Wecker im Ferienhaus Gierl in Viechtach. Nach einem noch leicht verschlafenen Kaffeefrühstück stiegen wir in mein Auto und fuhren eine halbe Stunde mit Musik durch wunderschöne Wälder, mit Aussicht auf Täler in denen noch Morgennebel hing.
Mein Tag in der Gemeinschaftspraxis Lam startete mit einer Gesundheitsvorsorge, in der ich mit dem Patienten fällige Impfungen, Krebsvorsorge und sein Risiko für Gefäßerkrankungen besprach, und eine körperliche Untersuchung mit Hautkrebsscreening durchführte. Dann kam Dr. Sperl dazu, überprüfte, dass alles vollständig war und klärte noch offene Fragen. Im den nächsten Stunden führte ich bei mehreren Patient*innen Anamnese und körperliche Untersuchung durch, stellte Dr. Sperl daraufhin die Patienten vor und besprach mit ihm zusammen das weitere Vorgehen. Von Gicht und Beinvenenthrombosen über Blutdruckkrisen und Schilddrüsenknoten bis hin zu infizierten Katzenbissen, chronischen Wunden und Plattenepithelkarzinomen, habe ich in den letzten zwei Wochen schon zahlreiche verschiedene Krankheitsbilder gesehen, die ich in so einer Vielfalt nicht erwartet hätte.
Gegen 11 Uhr fuhren Dr. Sperl und ich weiter nach Hohenwarth, zum anderen Standort der Gemeinschaftspraxis. Da dort zu dem Zeitpunkt alle Sprechzimmer mit Ärzt*innen belegt waren, ging ich stattdessen noch für eine Stunde bei Dr. Oberkötter mit, einem der anderen Hausärzte, der vorwiegend Kinder behandelt. Ich durfte die Säuglinge und Kleinkinder, die zu Vorsorgeuntersuchungen oder mit akuten Beschwerden kamen, untersuchen, und bekam dazu viel erklärt. Dann konnte ich am Anfang der Mittagspause noch mit der PJlerin Christine, die ihr Wahltertial dort macht und mir auch viel erklärt, an einer der Medizinischen Fachangestellten kurz Abdomenultraschall üben.
Schließlich fuhr ich los nach Arrach, um Katha wieder abzuholen, und dann ging es über kurvige Bergstraßen zurück ins Ferienhaus. Da wir den Nachmittag ausnahmsweise frei hatten, aber es sehr viel regnete, gab es nur eine kleine motivierte Truppe, die noch spazieren ging, während der Rest im Haus entspannte. Abends wurde dann mit allen gemeinsam leckeres Ofengemüse gegessen und noch ein gemütlicher Spieleabend bei Kaminfeuer veranstaltet.