Exzellenter Sommer Tagebuch
Freitag, 13.09.24
Es ist Freitag, 7 Uhr und der Wecker klingelt. Noch etwas schlaftrunken ziehe ich mich schnell an und gehe in die Küche. Den Großteil sehe ich nur kurz auf der Türschwelle, denn die meisten müssen sehr viel früher los als wir. Wir frühstücken schnell und machen uns dann auch mit dem Auto auf den 15-minütigen Weg nach Bad Kötzting, vorbei an tiefen Nebelschwaden auf den Wiesen und in den Wäldern. Um 8 komme ich dann bei Dr. Röder in der Praxis an. Heute standen erstmal ein paar Blutabnahmen auf dem Programm. Währenddessen quatschte ich mit den Patient*Innen und versuchte mir dabei nicht anmerken zu lassen, dass ich bei dem Dialekt eigentlich nur jedes zweite Wort verstand. Danach ging es dann mit Dr. Röder ins Sprechzimmer und wir behandelten zusammen die Patient*Innen. Durch Zufall entdeckten wir an diesem Tag gleich 2 Patienten mit einer Blutdruckentgleisung, denen wir daraufhin ein zusätzliches Medikament verschrieben. Außerdem wurde durch eine Urinprobe ein Diabetes frisch diagnostiziert, weil die Glucose sehr hoch war. Zusätzlich folgten einige Magen-Darm-Fälle, die diese Woche im Allgemeinen super häufig waren. Spannend waren auch die Patienten mit orthopädischen oder dermatologischen Beschwerden. So verging der Vormittag wie im Flug und repräsentierte auch gut den typischen Alltag in der Hausarztpraxis, wo jeglichste Erkrankungen aus allen möglichen Fachrichtungen behandelt werden. Nach einer kurzen Mittagspause, in der wir unser Haus ein wenig putzen mussten, stand dann nachmittags ein Teaching an, zu dem jeder einen typischen Fall aus der Hausarztpraxis mitbringen sollte. Währenddessen aßen wir einen fantastischen Apfelkuchen, den Rosi den Abend zuvor noch liebevoll gebacken hatte.
Wir saßen alle gemütlich beisammen und haben einige Fälle besprochen, in dem eine Person die Rolle des Patienten / der Patientin einnahm und die anderen anhand einer strukturierten Anamnese herausfinden sollten, was diejenige Person für eine Erkrankung hat.
Obwohl das Wetter so schlecht war, machte sich eine Gruppe nach dem Teaching auf, bei strömenden Regen eine Runde Joggen zu gehen. Andere machten eine Runde Yoga oder spielten ein Gesellschaftsspiel. Die Kochgruppe schwang währenddessen den Kochlöffel für 25 hungrige Mäuler. Zu Abend verspeisten wir dann Spagetti mit Linsenbolognese und Salat. Aber natürlich durfte auch ein großzügiges Süßigkeiten-Buffet als Nachtisch nicht fehlen, welches bei uns mittlerweile schon zur Tradition geworden ist.
Danach machten wir uns vor unserem Kamin einen gemütlichen Abend mit Glühwein und vielen Gesprächen. Es wurden auch verschiedenste Spiele, wie Wizard oder Spion gespielt und um 23 Uhr fielen wir alle totmüde ins Bett – ein lehrreicher, abwechslungsreicher und schöner Tag ging wieder zu Ende.