Exzellenter Winter Tagebuch

Dienstag, 15.09.2026

Mein zweiter Tag in der Hausarztfamulatur im Bayerischen Wald startete mit einem gewöhnungsbedürftig frühen Wecker, heißem Kaffee und einem leckeren Müsli mit frischen Äpfeln aus dem Garten in unserem schönen Häuschen außerhalb von Grafenau.

Unseren Weg zur Praxis störten neben ein paar aufgeschreckten Rehen nur wenige Verkehrsteilnehmer, sodass ich vor Praxisöffnung sogar noch etwas Zeit hatte, die Patienten von gestern noch einmal im Kopf durchzugehen und mir gute Fragen für die beiden Ärzte in meiner Praxis zu überlegen.

Dort begann mein Tag nach einem kurzen Gespräch mit meinem betreuenden Arzt schon mit zahlreichen Patienten mit den unterschiedlichsten Beschwerden.

Ich durfte die körperliche Untersuchung heute oft schon komplett selbst übernehmen und verstand auch von den komplizierteren Fallbildern und den Feinheiten der medikamentösen Einstellung etwas mehr als gestern.

Zudem galt es, einen geeigneten Patientenfall zu finden, den wir am Nachmittag in der Fällevorstellung mit den anderen besprechen sollten.

Dabei hat mich heute am stärksten beeindruckt, wie wichtig es ist, schon bei der Anamnese die Beschwerden zu gewichten und das Wesentliche herauszufiltern.
So kann man schon früh die Weichen für eine erfolgreiche weitere Diagnostik sowie körperliche Untersuchung stellen und das Riskiko minimieren, sich in der Masse an Differenzialdiagnosen zu verlieren.

Nach der geschäftigen Vormittagssprechstunde war dann sogar noch etwas Zeit, offengebliebene Fragen zu klären, bevor es dann weiterging zu unserem ersten Teaching.

Dort wurden wir von Dr. Wolfgang Blank zuerst in die App „arriba edu“ eingeführt, die es ÄrztInnen ermöglicht, das individuelle Patientenrisiko mit Erkrankungen wie Depressionen, Vorhofflimmern sowie das allgemeine kardiovaskuläre Risiko genau einzuschätzen.

Zudem bekamen wir eine gründliche Einführung in die standardisierten Lernzielvorschläge des Programms, die die Qualität unseres Lernerfolgs sicherstellen und uns gleichzeitig die individuelle Gestaltung unserer Famulatur je nach Fertigkeiten ermöglichen sollten.

Im Anschluss durften wir noch unter Anleitung einer PJ-Studentin und einer Physician Assistant unsere vorbereiteten Patientenfälle den anderen vorstellen, uns untereinander besprechen und ein paar hilfreiche Tipps und Tricks für die Praxis mitnehmen.

Genährt wurden unsere eifrigen Gehirne dabei von unseren vorher eingekauften Snacks, Brezen, frischem Obst sowie dem ausgezeichneten AOK-Kaffee.

Der Tag wurde abgeschlossen mit einer Autofahrt durch die malerische Landschaft des Arberlands in der Spätnachmittagssonne und einem kühlen Radler auf der Bank auf unserem Balkon.

Zu Abend ließen wir zu einem leckeren Chili sin Carne mit Brot und Beilagensalat sowie einer Runde Wizard die Beine baumeln, um morgen mit frischem Elan in unseren nächsten spannenden Praxistag und den Sonografiekurs zu starten.

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