Exzellenter Winter Tagebuch
Montag, 23.03.26
Nur wenige Minuten später trifft meine Ärztin ein und wir starten gemeinsam in die Sprechstunde. Ich werde jeder Patientin und jedem Patienten als zukünftige Kollegin vorgestellt, die Reaktionen sind herrlich ehrlich:
Etwa die Hälfte freut sich sofort: „Super, Nachwuchs brauchen wir dringend!“
Die andere Hälfte meint: „Die Studentin kann dann ja gleich hier mit einsteigen!“
Ein schöner Reminder, wie wichtig unser Beruf gerade im ländlichen Raum wirklich ist.
Am Vormittag durfte ich im Rahmen einer Gesundheitsuntersuchung mein erstes Schilddrüsen Sono ganz alleine machen, ein richtig cooles Gefühl. Im Ultraschall zeigten sich ein paar zystische Areale und zwei kleine Knoten, die ich selbst ausgemessen habe. Meine Ärztin hat dabei über meine Schulter geschaut und mich immer wieder bestärkt, das hat mir total Sicherheit gegeben. Wenn ich daran denke, wie viel Respekt ich vor dem Schallkopf hatte, ist es echt verrückt, wie selbstverständlich sich das inzwischen anfühlt.
Es gab aber auch ruhigere, nachdenkliche Momente: Eine Patientin kam mit erhöhten Leberwerten zum Ultraschall und es zeigte sich eine fortgeschrittene Zirrhose. Das sind die Situationen, die einen kurz innehalten lassen und einem die Verantwortung bewusst machen.
Die Vormittagssprechstunde vergeht wie im Flug, bis schließlich das Telefon klingelt: Die Mutter meiner Ärztin fragt, wann wir zum Mittagessen kommen. Wie jeden Montag geht es zu ihr nach Hause, mit herzlicher Begrüßung inklusive drei sehr enthusiastischer Hunde und einem unglaublich guten Essen: selbstgekochte Blumenkohl Kohlrabi Suppe als Vorspeise, gefolgt von Rinderfilet mit Böhmerknödeln und natürlich dem obligatorischen „taktischen Espresso“ danach. Darauf folgte noch ein kurzer Spaziergang in der Sonne, eine Pause, die spürbar guttut und Energie für den Nachmittag gibt.
Am Nachmittag durfte ich dann auch praktisch mit anpacken: eine FSME Impfung selbst verabreichen, bei einer DMP Fußuntersuchung zuschauen und die Abklärung einer sekundären Hypertonie bei einem jungen Patienten mitverfolgen. Genau diese Mischung macht den Tag so spannend.
Am frühen Abend treffe ich Yannik wieder am Auto, kaufen noch schnell frisches Brot und tauschen uns über unsere Tage aus, immer wieder interessant, wie unterschiedlich unsere Erfahrungen sind. Zuhause wartet das gemeinsame Abendessen, bei dem wir den Tag Revue passieren lassen und schon das nächste Teaching planen. Danach wird es gemütlich: ein bisschen Co Working, ein bisschen Alltag und das gute Gefühl, Teil eines Projekts zu sein, das fachlich und menschlich unglaublich viel gibt. Schon gegen 22 Uhr gehe ich glücklich und voller Vorfreude auf Dienstag ins Bett.
Die letzte Woche hat begonnen und wir genießen jeden einzelnen Moment.

