Exzellenter Winter Tagebuch
Dienstag, 10.03.26
Aufstehen, Bad, Frühstück. Mittlerweile haben sich die Routinen und Zeiten in unserer Unterkunft gut eingespielt. Nachdem wir etwa eine gute Viertelstunde durch die schöne Morgensonne zur Praxis gefahren waren, wurde ich dort wie immer von vielen strahlenden Gesichtern begrüßt – und meine noch von Müdigkeit geprägte Laune besserte sich sofort.
An diesem Tag kamen die Patientinnen und Patienten Schlag auf Schlag, und ich durfte zwischen Akutsprechstunde, Blutentnahmen sowie Voruntersuchungen und Anamnesen von Grippepatientinnen und -patienten hin und her springen. Das machte den Praxistag besonders abwechslungsreich. Meine medizinischen Highlights waren heute eine gut tastbare Bauchdeckenhernie und eine Hepatomegalie, die ich selbst schallen durfte.
Es ist kaum zu glauben, welche rasante Entwicklung die Tätigkeiten, mit denen ich betraut werde, seit Beginn letzter Woche genommen haben. Damals konnte ich mir noch nicht vorstellen, allein die Befunderhebung bei Patientinnen und Patienten mit akutem Atemwegsinfekt zu machen oder schon einmal mit dem Ultraschall anzufangen. Natürlich klappt das alles noch nicht perfekt – aber ich lerne bei jedem Üben extrem viel dazu, vor allem weil alles im Anschluss noch einmal von ärztlicher Seite überprüft und verbessert wird.
Ich bin auch sehr dankbar dafür, dass mein Hausarzt sich wirklich viel Zeit nimmt, mir Dinge zu erklären oder mich Untersuchungstechniken üben zu lassen. Das hilft enorm dabei, die gesehenen Symptome gedanklich in die theoretischen Konzepte aus der Uni einzuordnen – und noch mehr dabei, die Menschen selbst und ihre Situation besser zu verstehen. Diese zweite Ebene (und eigentlich ja die wichtigste!) ist am Anfang durchaus herausfordernd, bringt aber auch viel Freude, weil sie daran erinnert, wofür man sich Semester für Semester hinter die Vorlesungstische quetscht.
Mittags wurde ich dann von der Praxis abgeholt, und es ging mit Bayern 3 im Hintergrund auf die über einstündige Fahrt nach Regen zum EKG-Teaching. Da wir relativ früh dran waren, blieb noch Zeit für einen kleinen Spaziergang durch den Park und ein Eis in der gemütlichen Innenstadt.
Das anschließende Teaching weckte durch das unerwartete Wiedersehen mit einem aus der Schule bekannten Online-Quizformat sofort unseren Wettkampfgeist, sodass das Mittagstief keine Chance hatte. Mit neuem Wissen, aber auch vielen weiterführenden Fragen zu diesem komplexen Thema ging es anschließend wieder auf die Straße – diesmal begleitet von einem philosophisch erstaunlich tiefgründigen Diskurs über Gott, die Welt und den Sinn des Lebens. Zeit sinnvoll genutzt, würde ich sagen!
In der Ferienunterkunft angekommen, haben ein paar von uns erst eine Runde Darts und anschließend Basketball in der hauseigenen Scheune gespielt – perfekt, um abzuschalten und sich zu bewegen. Danach ging es ans gemeinsame Pizzabelegen und -essen. Sogar die anfangs von mir skeptisch beäugte neue Variante mit Schinken, Hirtenkäse und Feigen war am Ende gar nicht so übel.
Wieder ein erlebnisreicher Tag, den ich müde und zufrieden abschließen kann.






