Exzellenter Sommer Tagebuch
Mit Ausschlafen war heute nichts – um 6:30 Uhr klingelte bereits der Wecker. Doch schnell stieg meine Laune, da in der Küche fertiges Möhrenporridge bereit stand, was mittlerweile zu unserer sonntags Tradition geworden ist.
Dann ging’s mit dem Auto in Richtung Drei-Länder-Eck: Deutschland, Tschechien und Österreich. Am Dreisessel trafen wir uns bei perfekten Wetterbedingungen um 9 Uhr mit der Bergwacht Passau. Wir haben uns in 2 Gruppen aufgeteilt. Pro Gruppe gab‘s eine Verletzte, die gerettet werden musste.
Ich habe eine verunglückte Wanderin gespielt, die sich das Sprunggelenk verletzt hatte und durfte die Rettung aus Patientensicht miterleben. Mit vereinten Kräften wurde ich von meinen 20 Kollegen/innen mit einer Vakuumtrage geborgen. Die Bergwacht hat uns alles erklärt und drüber geschaut, dass nichts schief geht.
Ich fand die Perspektive aus der Verletztenseite sehr spannend. Ich war so gut auf der Trage fixiert, sodass ich nicht mal meinen Kopf anheben konnte. Der Transport fühlte sich ein bisschen an, wie auf einem Schiff. Die Rettung hat aber insgesamt problemlos funktioniert. Nach einer Schnellheilung konnte ich wieder auf meinen Füßen stehen. Die Bergwacht hatte uns noch ihre Ausrüstung gezeigt und unsere Fragen beantwortet.
Dann haben wir uns eine Bergmesse in der kalten Morgensonne angeschaut.
Anschließend sind wir dankbar in das Gasthaus Dreisesselhaus mit wunderschöner Aussicht eingekehrt und konnten uns mit Linseneintopf und Knödeln aufwärmen. Nach ein wenig Klettern auf den natürlich entstandenen Granitformationen wurden wir auch schon von einer Rangerin der Umgebung, mit der wir den Nachmittag verbringen konnten, darüber aufgeklärt wie diese entstanden sind. In den nächsten Stunden lernten wir das Naturschutzgebiet des Dreiländerecks näher kennen und erfuhren von Auerhühnern bis zu Torfmoos interessante Fakten über das windige Habitat und dessen Bewohner. Zur Abwechslung die medizinische Welt verlassen zu können, und sich stattdessen genauer mit der umliegenden Natur zu beschäftigen, tat sehr gut. Nach einer erfolgreichen Gipfelbesteigung war unser Ausflug dann auch schon am frühen Nachmittag vorüber. Die Fahrtgruppen verstreuten sich in alle Richtungen, um ihren Vorstellungen von einem entspannenden Sonntag nachzugehen, und ein paar Stunden ohne Program auskosten zu können. Von einem Thermengang in Passau über einen Sprung in den erfrischenden Blaibacher See bis zum früh nach Hause einkehren war alles dabei, um hoffentlich ausgeschlafen und mit neugewonnener Energie in die nächste Woche starten zu können. Dabei durfte die abendliche Runde Werwolf im Hause Viechtach natürlich auch nicht fehlen.