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     Exzellenten Sommer 2019 

    Termin: 02.08.2019 - 01.09.2019
    Bitte senden Sie dafür Ihren Lebenslauf und ein Motivationsschreiben an
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Tagebuch der Studenten des Exzellenten Winters 2016

Endlich - die Studenten sind da und erleben den Exzellenten Winter. Damit alle Freunde und Interessenten an den Erfahrungen und Eindrücken der 11 angehenden Ärztinnen und Ärzten teilhaben können, haben wir ihre Tagebucheinträge hier veröffentlicht -  um zwischen den einzelnen Tagen wechseln zu können, einfach auf die Punkte unten drücken!

  • Exzellenter Winter der Countdown läuft...

    In zwei Tagen geht es endlich los! Da der exzellente Winter mittlerweile überregionale Bekanntheit erlangt hat, haben wir im fernen Aachen auch davon erfahren. Im letzten Sommer erzählte uns ein Kommilitone mit Begeisterung von seiner Erfahrung im Bayerwald, was uns dazu bewegte uns auch für das Projekt zu bewerben. Mit der Zeit wurde das Projekt immer greifbarer und über facebook lernten wir schon die restliche Gruppe kennen. Telefonisch konnten wir uns "unseren Ärzten" schon einmal vorstellen und letzte Fragen klären.
    Da unsere Anreise etwas länger dauert brechen wir morgen in aller Früh auf. Die Koffer sind gepackt, die Stethoskope poliert und der Routenplaner eingestellt. Es werden spannende vier Wochen! Wir freuen uns neben theoretischem Wissen, nun einmal Praxiserfahrung zu sammeln.​
  • Freitag, der 26.2.2016

    Die Reise beginnt. Nachdem wir erfolgreich im wohl letzten „Aldi Nord“ für 4 Wochen alles für ein warmes Abendessen für Sonntagabend eingekauft haben, machen wir uns auf den Weg gen Süden. Unser Navi sagt uns: noch 5 Stunden und 56 Minuten. Daraus sind inzwischen 20 Minuten mehr geworden, da anscheinend halb Holland in den Skiurlaub fährt. Aber wir sind immer noch im Zeitplan und frohen Mutes. Kurz vor Frankfurt bekommen wir dann doch nochmal kalte Füsse – wortwörtlich. Aber mit einem Griff hinter uns lösen wir das Problem… und ziehen uns schon mal unsere Wanderschuhe an. Nach der Aktualisierung der Radiosender hören wir Bayern 2: Prompt geht es im ersten Beitrag um den bayrischen Dialekt und die bayrische Volksmusik. Wir lernen, dass die heimatliche Kultur und Sprachgewohnheit nicht in Vergessenheit geraten sollte. Damit sage ich: Grüß Gott, Bayern und auf „´ne superjeile Zick!“
  • Samstag 27.02.2016

    Nachdem wir uns bis jetzt alle hauptsächlich aus E-Mails und den Bilder des jeweiligen Facebook Profils kannten, war es heute endlich soweit: Um 10:00Uhr starteten wir alle gemeinsam im BLSV  Sportheim in Regen in den Exzellenten Winter. Im Anschluss an eine kurze Vorstellungsrunde begann der Tag mit einer Einführung durch Dr. Blank. Wie werden die kommenden vier Wochen in etwa ablaufen, wann müssen wir wo sein, was wird uns in den Praxen erwarten und wie können wir unseren Teil dazu beitragen, dass die Zeit hier im Bayerischen Wald lehrreich und schön wird.Nach dem Mittagessen begann dann der sportliche Teil des Samstags. Angeleitet durch Tobias vom BLSV ging es Richtung kleiner Arber. Mit Schneeschuhen wanderten wir vorbei am kleinen Arbersee bis wir nach ca zwei Stunden an der Chamer Hütte ankamen. Unterwegs konnten wir den Ausblick auf die wunderbare Winterlandschaft genießen und versuchten uns im Erkennen der umliegenden Berge. Ausgeruht und gestärkt ging es dann in der einsetzenden Dämmerungen mit Schlitten wieder Richtung Tal. Am Anfang noch vorsichtig, gegen Ende der Strecke dann immer schneller und nur noch im Licht der Stirnlampen, war es für alle ein Riesenspaß den Berg wieder hinunterzusaußen. Die letzten Meter bis zum Bus, der uns wieder zum Sportheim zurückbrachte, nutzen wir noch um die klare Nacht mit entsprechend tollen Ausblick auf den Sternenhimmel zu genießen- wobei sich die oder andere Kommilitonin als richtige Expertin für Sternbilder herausstellte.Unseren ersten gemeinsamen Abend liesen wir dann noch mit Tischtennis spielen und gemütlicher Ratschrunde ausklingen.

    Schneeschuhblsv
  • Sonntag 28.02.2016

    Nach der anstrengenden Schneeschuhwanderung vom Vortag waren heute zuallererst zahlreiche Blasen an den Füßen zu versorgen. Der erste gemeinsame Sonntag stand dann im Zeichen des Teambuildings. Nach dem Frühstück ging es in die Turnhalle zum sportlichen Austoben. Höhenangstüberwinden beim Kistenstapeln, ein erbittertes Völkerballmatch, auf Robin Hoods Spuren beim Bogenschießen und Baumfinden im Wald, die Gruppe machte allzeit eine gute Figur und nutze die Zeit sich besser kennen zu lernen. Am Nachmittag hieß es dann Abschied nehmen vom Team des BLSV und Umzug nach Dürrwies, wo wir die nächsten 4 Wochen wohnen werden. Frau Kölbl zeigte uns den Weg und wir lernten sie erstmals persönlich kennen. Angekommen im Haus Tannbühl, einem wundervoll hergerichteten Bauernhaus, bezogen wir begeistert unsere Zimmer. Nach dem ersten selbstgekochten Abendessen und einem munteren Spieleabend, fielen wir erschöpft in unsere Betten und freuten uns auf unseren morgigen ersten Tag in den Praxen.
    Bogenschießen
  • Montag 29.02.2016

    Während der bayerische Wald noch ganz ruhig und im dunkeln liegt und seine Bewohner noch tief schlafen erwacht das alte Bauernhaus mitten im Nirgendwo zum Leben und es wird rasch gefrühstückt und bereit gemacht für den ersten großen Tag bei den Hausärzten der Region. An diesem kalten Morgen schwärmten wir also in alle Himmelsrichtungen aus und erreichten unsere Praxen pünktlich mit den ersten Patienten. Wir sind alle überaus freundlich und herzlich begrüßt worden. Es war ein sehr aufregender Tag, gleich mit so vielen Patienten und den unterschiedlichsten Beschwerden konfrontiert zu sein. Besonders interessant war auch am Nachmittag mit auf die Hausbesuche zu den immobilen Patienten zu fahren. Mein Bild, dass ich so von einem Hausarzt hatte, hat sich ganz schön verändert. Und ich bin positiv überrascht worden von dem familiären und freundlichen Patientenumgang, den wir bei unseren Ärzten miterleben. Auf dem Heimweg sind wir von einem kleinen Wintereinbruch mit Schneefall überrascht worden und waren froh alle wieder gut in unserem gemütlichen Zuhause angekommen zu sein. Abends dann, gab es viel über unsere Erlebnisse zu reden und als Frau Kölbl mit ihrem süßen Hund Dasha zu Besuch kam, konnten wir ihr von einem sehr gelungenen Tag berichten.

  • Dienstag 01.03.2016

    Pünktlich zum ersten März mussten wir heute früh zuerst unsere Autos von Schnee befreien, die Belohnung war eine landschaftlich schöne Anfahrt durch den frisch eingezuckerten bayrischen Wald.

    In der Praxis standen heute zahlreiche „Check-Up“-Untersuchungen auf dem Programm. So konnte ich meine ersten Erfahrungen im Herz-Echo und in der sonografischen Untersuchung der Halsgefäße sammeln. Außerdem lernte ich die Grundzüge der Diagnostik und Behandlung von Schlaf-Apnoe kennen.

    Nach der Mittagspause trafen wir Studenten uns zur gemeinsamen Fallbesprechung. Wir besprachen außergewöhnliche, aber auch ganz häufige Krankheitsbilder, welche uns in den ersten Tagen begegnet waren.  Auch der Umgang mit Patienten mit psychosomatischen Krankheitsbildern wurde thematisiert, zudem kulturelle sowie sprachliche Besonderheiten der Region.

    Kaum im Haus in Dürrwies angekommen, hielt uns schon nichts mehr in geschlossenen Räumen und wir nutzten das letzte Tageslicht für eine gemeinsame Joggingrunde im Schnee.
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  • Tagebuch 02.03.2016

    Erleichtert stellen wir heute morgen fest, dass wir unsere Autos diesmal nicht unter einer dicken Schneeschicht suchen müssen, sondern direkt losfahren können. Also kommen wir alle pünktlich in „unseren“ Praxen an. Die ersten beiden Tage habe ich vor allem den Ärzten über die Schulter geschaut und viel zugehört. Heute darf ich selbstständig Anamnesen aufnehmen und Gespräche mit den Patienten führen. Erkältungen, der niederbayrische „Katarrh“ und Husten stehen dabei ganz oben auf der Liste der Beschwerden ­ und oft ist dann die ganze Familie mitbetroffen. Später kann ich beim Ultraschall für den Check­up 35 zusehen und dabei Leber und Niere suchen. Als wir nach der Arbeit im Auto zurück nach Dürrwies sitzen, merken wir,dass der ursprünglich geplante Skiausflug leider ins Wasser fällt – es hat schon wieder Tauwetter eingesetzt. Für den freien Nachmittag bleiben wir als Alternativplan in unserer Hütte, spielen das Spiel „Betrayal“ und schmieden Pläne fürs Wochenende.
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  • Donnerstag, 3.3.2016

    Tag Nr. 4 und so langsam bekommen wir Routine. Angefangen am Morgen beim Aufstehen, der Bad Nutzung, dem Frühstück und den Fahrten in die Praxen. Alles läuft wie am Schnürchen.
    Aber auch in der Praxis selbst gewinne ich an Sicherheit bei dem, was ich bereits kennen gelernt habe und machen durfte. So ist es mir zum Beispiel am Montag noch nicht gelungen, mich mit dem Otoskop im Ohr zu orientieren. Heute inspizierte ich problemlos ein Trommelfell nach dem anderen.
    Wie an den Tagen zuvor standen einige Checkups an. Auch hier bekommt man nach mehrmaligem Zuschauen eine gute Vorstellung davon, wie man Vorgehen kann, um nichts zu vergessen. Die Untersuchungstechniken hat man in der Theorie in der Universität schon gelernt, jetzt heißt es nur noch „üben, üben, üben“. Besonders spannend fand ich bisher den Abdomen Ultraschall, da es zumindest an der TUM hierfür an Möglichkeiten mangelt.
    Die Ärzte haben mir jedes Mal die Möglichkeit gegeben, mich nach der Untersuchung selbst am Schallen zu versuchen. Um meine Anamnesetechnik zu verbessern wurde ich außerdem allein in das Sprechzimmer geschickt. Danach durfte ich die Patienten den Ärzten präsentieren. Bevor ich mich in die Mittagspause verabschiedete, ergab sich noch die Möglichkeit bei einem Patienten, nach Krampfader-OP, Fäden am Bein ziehen.
    Von Regen ging es weiter ins Krankenhaus nach Viechtach. Hier hatte Antonia, die selbst am Exzellenten Sommer teilgenommen hat, einen Sonokurs für uns organisiert. Nach einer kurzen theoretischen Einführung begann der Kampf gegen luftgefüllte Darmschlingen, die uns die Sicht versperrten. In den folgenden 3 Stunden fanden wir bei uns Schilddrüsenzysten und Gallensteine und eine Niere wiederum fehlte komplett. Zudem hatten sich 2 Patienten mit spannender Krankengeschichte freiwillig gemeldet, damit wir das geübte schallen am Patienten anwenden konnten.
    Alle Anleiter waren sehr bemüht uns bei sämtlichen Schwierigkeiten zu helfen. Sei es nur, dass wir nicht sicher waren, was wir da eigentlich gerade auf dem Monitor betrachteten oder was die beste Technik ist, die Gallenblase in dem Dünndarm –Leber –Gefäße Chaos zu identifizieren. Die Quintessenz des Tages lautete: „Zu viel Luft gibt es nicht! Viel Gel, viel Druck und Systematik.“ Um 18 Uhr machten wir uns müde auf den Heimweg und ließen den Tag beim Abendessen nochmal Revue passieren.
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  • Freitag, 04.03.2016

    Wie jeden Morgen verließen wir auch heute schon um 6.30 Uhr unser Haus, um rechtzeitig in unseren Praxen anzukommen. Von der langen Fahrt lassen wir uns aber nicht einschüchtern,
    stattdessen nutzen wir die Zeit im Auto für unsere "kleinen morgendlichen Teachings" und auch mal für die ein oder andere Gesangseinlage.
    Ich verbrachte den Vormittag in meiner Praxis bei den Dres. Sperl, Hautmann und Weinzierl in Lam, wo ich im Verlauf der letzten Woche schon einen guten ersten Einblick in die Arbeit eines Landarztes gewinnen konnte: ich durfte den Ärzten in der Praxis über die Schulter schauen und Hausbesuche begleiten aber auch eigenständig Anamnesen erheben und Untersuchungen durchführen.Am Nachmittag trafen wir uns wie schon am Tag zuvor im Klinikum Viechtach, dieses Mal zum EKG Kurs. Zu Beginn bekamen wir eine kurze theoretische Einführung und uns wurde gezeigt, wie man ein EKG anlegt. Danach bearbeiteten wir die Themenblöcken Rhythmusstörungen, Herzinfarkt und Blockbilder in Kleingruppen anhand von EKG Beispielen.
    Zurück in unserem gemütlichen Haus im Waldferiendorf machten wir uns an die Vorbereitungen für das Abendessen: selbstgebackene Pizza! Und nach einer kleinen Spielerunde fielen wir am Ende der ersten Woche erschöpft, aber zufrieden ins Bett.
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  • Samstag 05.03.2016

    Der achte Tag im bayrischen Wald und zum ersten Mal Ausschlafen. Nach einem gemütlichem Frühstück lockte uns das schöne Wetter nach draußen. Statt Städtetrip entschlossen wir uns zu einer kleinen Wanderung oder einem ausgedehnten Spaziergang, je nach Sichtweise. Zunächst machten wir aber einen Abstecher nach Zwiesel, um uns Langlaufausrüstung für den nächsten Tag auszuleihen. Diese wurde uns freundlicherweise vom Intersportgeschäft Huber kostenlos zur Verfügung gestellt. Dann wanderten wir von Frauenau nach Spiegelau, anfangs über Forststraßen, später auf schmalen Wegen durch den, teilweise noch verschneiten, Nationalpark. Am Ziel angekommen, stärkten wir uns mit Kuchen, Sahnetorte und Kakao. Nach einem kurzen Abstecher zum Supermarkt, ging es zurück in unser uriges Häuschen in Dürrwies. Wie jeden Abend kämpften einige mehr oder weniger erfolgreich damit, das Feuer im Kamin in Gang zu bringen. Andere packten in der Küche mit an, um für unseren mexikanischen Abend, die Taco's in die Pfanne zu bringen.
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  • Sonntag 06.03.2016

    Als wir heute morgen erwachten, konnten wir kaum glauben, dass die mit vereinzelten Schneeflecken bedeckte Landschaft vom Tag zuvor wieder weiß glänzte und es immernoch schneite. Die besten Voraussetzungen also zum Langlaufen. Da wir beim Skiverleih den Tipp bekommen hatten, zwecks Parkplatz vor 9 Uhr morgens am Bretterschachten/Arberregion zu sein, brachen wir schon um 8 Uhr morgens von unserem Waldferiendorf in Dürrwies aus auf. Oben angekommen begrüßte uns eine eisige Kälte und der Schneefall ließ nur eine begrenzte Sichtweite zu. Trotzdem waren wir hochmotiviert. Unter Anleitung unserer erfahrenen Lehrer, Anna Sporkert und Josef „Sepp“ Bayerl, die sich beide freiwillig bereit erklärt hatten, uns an diesem Tag zu betreuen, drehten wir zu Beginn ein paar Übungsrunden, sodass wir die Kälte schon bald nicht mehr spürten und unsere Wangen glühten. Dank hilfreicher Tipps von den Profis waren wir schließlich bereit, eine richtige Tour in Angriff zu nehmen. Für einige von uns war es das erste Mal auf Langlaufski, für manche sogar das erste Mal auf Ski überhaupt. Neidischen Blickes sahen wir die älteren Damen und Herren mit gekonnten Zügen an uns vorbeiziehen. Dies hinderte uns aber nicht daran, nach den anfänglich unbeholfenen Bewegungen ganze 23 km zurückzulegen. Stolz und ausgepowert erreichten wir schließlich unseren Ausgangspunkt. Um wieder zu Kräften zu kommen, setzten wir uns zum Abschluss zusammen mit Anna und Sepp ins Loipenstüberl, wo wir uns eine heiße Zitrone gönnten. Wir waren uns alle einig: Das Langlaufen hatte sehr viel Spaß gemacht und wir würden es gerne wiederholen!
    Den Samstagnachmittag hatten wir zur freien Verfügung und nutzten diesen, um uns vom anstrengenden Vormittag zu erholen und um in unserem gemütlichen Wohnzimmer Gesellschaftsspiele zu spielen. Nach dem Abendessen – einem wirklich leckeren Kartoffelgratin – gingen wir schon beizeiten ins Bett.
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  • Montag 07.03.2016

    Nachdem wir am Wochenende die regionalen Freizeitmöglichkeiten genutzt hatten, starteten wir am Montag in eine weitere ereignisreiche Woche. Wie immer machten wir uns früh morgens auf den Weg in die Praxis. Dort angekommen, saß gefühlt schon wieder die halbe Ortschaft im Wartezimmer, was aus meiner Perspektive natürlich sehr erfreulich war, da es nun für mich einige Patienten zu befragen und zu untersuchen gab. Auch die Gespräche bei denen ich dabei saß, waren höchst interessant und lehrreich. Oft ging es nicht nur um den momentanen Krankheitszustand, sondern auch um die Sorgen und Nöte der Menschen. Dem abwechslungsreichen Vormittag folgte ein leckeres Mittagessen und eine kurze Pause und schon ging es weiter mit Hausbesuchen. Die Hausbesuche machten wieder viel Spaß und zum Glück war das Wetter diesmal auch gut. Netterweise wurden wir von einer älteren Patientin sogar auf Kaffee und Kuchen eingeladen. Danach ging es wieder zurück in die Praxis, wo immer noch viel los war. Kurz bevor ich nach Hause fuhr, durfte ich zum allerersten Mal impfen, was für mich natürlich besonders aufregend war. Ich verließ die Praxis gerade noch rechtzeitig um vor Dr. Blank (Initiator des Exzellenten Winters) anzukommen, der mit uns unsere erste Woche besprechen wollte. Jeder schilderte seine Eindrücke aus der ersten Woche und auch das ein oder andere Organisatorische wurde geklärt. Nachdem alles besprochen worden war, war es schon sehr spät und es folgte ein schnelles Abendessen. Nicht viel später gingen auch schon die Lichter aus, da wir alle erschöpft von diesem langen Tag waren. ​
  • Dienstag, 08.03.2016

    Da mein Hausarzt heute verhindert war, verbrachte ich meinen Tag beim Kardiologen. Ich habe mich sehr gefreut über die Möglichkeit, die Schnitte im Herzsono zu üben, korrigiert zu werden, und (man höre und staune) auch selbstständig zu finden. Naja, nicht immer. Ich übe eben noch ;-) Das Schema war allerdings auch schön zu beobachten: Die Patienten kamen mit spezifischen Beschwerden und –meistens- mit einer Überweisung. Als Erstes erfolgte die Anamnese: „Haben Sie Luftnot? Haben Sie Brustschmerzen? Werden diese bei Bewegung besser oder schlechter? Ist die Gehstrecke, die Sie ohne Beschwerden gehen können, in letzter Zeit kürzer geworden?“ Dann wurde häufig auf die Beine geschaut und nach Ödemen gesucht. Anschließend erfolgten EKG und Echo und –soweit möglich und nötig- ein Belastungs-EKG.Da wir letzte Woche bereits den EKG-Kurs hatten, riss ich mir jedes EKG unter den Nagel, das ich finden konnte. Ich fand tatsächlich einen Linksschenkelblock (den ich selber gesehen und nicht im Arztbrief abgelesen habe). Rundherum also ein lehrreicher Vormittag.

    Nachmittags ging es mit dem orthopädischen Teaching weiter.
    Der Arzt gab uns erstmal eine kleine Einführung zu orthopädischen Notfällen, allerdings auch zur Orthopädie insgesamt und wo sich Hausarzt und Orthopäde trifft. (So können zum Beispiel auch Hausärzte manuelle Techniken anwenden und nur schwere Fälle zum Orthopäden überweisen.) Wir beschäftigten uns –geleitet von Karsten, unserem Hahn im Korb- mit der Leitlinie zu Kreuzschmerz und besprachen die Diagnostik, die nichtmedikamentöse und die medikamentöse Therapie.Zum Schluss wurde es interaktiv. Was mit einer Demonstration der Rückenuntersuchung (siehe Bild) anfing, endete mit einem gegenseitigen Betasten der Kiefergelenke. 10 Medizinstudenten und ein Orthopäde, die im Kreis stehen und sich in einem Kreis vor die Ohren fassen, müssen für Passanten vor dem Fenster schon arg lustig ausgesehen haben.
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  • Mittwoch 09.03.2016

    Als hätten Sie geahnt, dass wir am vergangenen Nachmittag eine Teaching Einheit zum Thema Orthopädie gehabt haben, kamen heute einige Patienten in die Praxis, die über Rückenschmerzen klagten. So erhielt ich die Möglichkeit, das aufgefrischte bzw. neue erlernte Wissen gleich anwenden zu können. Neben der genauen Schmerzanamnese, stand dabei die körperliche Untersuchung im Vordergrund, bei der die Wirbelsäule, das Hüftgelenk und auch die Muskultur des Rückens auf ihre Funktionsfähigkeit und eventuelle Schmerzhaftigkeit untersucht wurden. Nachdem die gesammelten Informationen dem Arzt vorgestellt worden sind, konnte mit dem Patienten das weitere Vorgehen besprochen werden.

    Das Highlight des Tages war schließlich das Teaching zum Thema „Umgang mit dem kranken Kind“. Zwei Allgemeinmedizinerinnen, die in ihren Praxen auch viele Kinder und Jugendliche betreuen, besprachen zunächst mit uns drei Fälle, in deren Rahmen wir unser Wissen zu Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln, Windpocken, Dreitagefieber,… wieder auffrischen konnten. Dann ging es aber auch gleich in die Praxis: Zu Beginn hatten wir die Möglichkeit ein fünf Wochen altes Frühgeborenes zu untersuchen. Nachdem Kinder eben keine kleinen Erwachsenen sind, erhielten wir viele Tipps, was man dabei beachten muss. Wie halte ich das Kind am besten? Was für zusätzliche Untersuchungen muss ich vornehmen? Wie beziehe ich die Eltern gut mit ein? Nachdem die Kleine das verschlafen über sich ergehen hat lassen, kam dann noch einmal zusätzlicher Schwung in den Raum, als 11 weitere Kinder mit ihren Eltern die Runder vergrößerten. In kleinen Gruppen duften nun nicht nur wir die Kinder untersuchen und dabei üben, wie man Kindern am besten die Angst vor dem Arzt und der Untersuchung selbst nimmt, sondern auch umgekehrt wurde ausprobert, was ein Arzt so macht: Reflexe wurde getestet, überprüft ob im Ohr auch alles in Ordnung ist und eine Siebenjährige bescheinigte mir nach ausführlicher Auskultation, dass mein Herz gesund ist.
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  • Donnerstag 10.3.2016

    Anamnese, körperliche Untersuchung, Impfen, Tapen, i.m. spritzen... die Vormittage in der Praxis gestalten sich abwechslungsreich wie immer. Man entwickelt eine gewisse Routine bei alltäglichen Problemen wie Grippe und Erkältungen und dazwischen schleichen sich immer wieder spannende Fälle ein, die mehr Aufwand erfordern. Die Fallbesprechungen am Nachmittag waren unser Höhepunkt des Tages. Zu Gast war heute Frau Dr. Levin aus München, die uns mit ihrer langjährigen Erfahrung zur Seite stand. Zum Zentrum der Diskussion avancierte vor allem der empatische Umgang mit Risikopatienten und der Aufbau eines Vetrauensverhältnises zu ihnen. Auch die Betreuung durch Frau Friedl und Frau Takacs war wie immer super. Der Abend gestaltete sich eher stressig. Für den bevorstehenden Sponsorentag mit der HUK Coburg morgen, galt es sich entsprechend vorzubereiten. Die lange Woche zehrt nun schon merklich an den Kräften, sodass die gemeinsamen Abende immer mehr zugunsten von mehr Schlaf geopfert werden.
  • Freitag 11.03.2016

    Heute hatten wir einen sehr langen Tag. Abends schlafen schon die ersten Bewohner auf dem Sofa, Sesseln und Stühlen ein. Auch bei den leckeren gefüllten Paprika, die wir zu Abend gegessen haben, fallen den meisten die Augen zu. Das Bild heute Abend spiegelt unseren anstrengenden Tag wider, der morgens wie immer in unseren Praxen begann. Nach unserem normalen Arbeitsalltag, führen wir nach Regen um uns mit unseren Sponsoren, der HUK Coburg zu treffen. Für diese Zusammenkunft, die keine reine Informationsveranstaltung werden sollte, hatten wir uns am Abend zuvor unter schwersten Bedingungen, d.h. mit nur schlecht erreichbarem Internet, intensiv vorbereitet. Besonders erfreulich war, mit den Vertretern beider Seiten, sowohl der HUK (PKV) als auch der Barmer (GKV) diskutieren zu können und deren Standpunkte kennen zu lernen. Unsere kurzen Vorträge wurden die Profis ergänzt und alle unsere Fragen ausführlich beantwortet. Es hat uns geholfen, durch diesen gemeinsamen Nachmittag, unser Wissen über Versicherungsformen auszuweiten und uns eine eigene Meinung zu bilden. Außerdem hatten wir so die Gelegenheit unsere Sponsoren kennen zu lernen, denen wir unsere tolle Zeit hier verdanken. Schließlich haben wir das ganze mit einer Feedback Runde abgerundet, bei der Herr Blank ein offenes Ohr für alle unsere Wünsche, Sorgen und Anregungen hatte. Kein Wunder, dass wir nach dem heutigen Tag alle ein bisschen erschöpft sind...

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  • Samstag 12.03.2016

    Am Samstag starteten wir voller Elan gemeinsam nach Zwiesel. Im Klinikum war ein Nahtkurs zusammen mit Studenten aus der Region geplant. Anschließend stand ein Überraschungsprogramm an, vorbereitet von den einheimischen Studenten.
    Es waren einige Gäste anwesend: die örtliche und überregionale Presse wollte über das Projekt berichten, genauso wie ein Team von Springermedizin.de, welches uns sogar mit Kameras begleitete.
    Die Vorbereitung und Leitung des Kurses übernahmen Lisa und Jan, zwei Medizinstudenten aus der Gegend. Zunächst übten wir ausführlich verschiedene Knoten an Kordeln. Klar, was hilft die schönste Naht, wenn hinterher der Knoten am Ende wieder aufgeht?
    Dann ging es gleich ein Level höher, Lisa packte für jeden eine Schweinshaxe aus... Nein, nicht das Mittagessen, sondern ein frischer Schweinefuß um das Nähen mit echter Haut zu üben. So übten wir Einzelknopf- , Intrakutan-, Allgöwer und Donatinähte.
    Zwischendurch versorgte uns das Klinikum mit einem Frühstück, herzlichen Dank!
    Der handwerkliche Höhepunkt kam nach dem Mittagessen. Aus jedem Schweinefuß musste ein (mit Filzstift aufgezeichnetes) Melanom entfernt und der Defekt hinterher mit einer Lappenplastik gedeckt werden.
    Anschließend starteten wir mit einer prachtvollen Wanderung in den Samstagabend. Von Bodenmais ging es durch den Schnee hinauf zu den Rißlochfällen.

    Fotos folgen noch
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    Sonntag, 13.03.2016

    Morgens kämpft sich das Licht durch die Wolken und die Fenster in Dürrwies. Fast erschrocken wachen wir auf – aber alles in Ordnung – heute dürfen wir ja wirklich ausschlafen!
    Nach dem Frühstück fahren wir gespannt los. Eisstockschießen steht auf dem Programm. Ein Sport, der denjenigen von uns, die nicht aus Bayern kommen, noch unbekannt ist. Als wir an der Eissporthalle in Regen ankommen, werden wir von Franz Rager und Josef Fuchs vom „EC Grub e.V. 1970“ begrüßt.

    Das erste, was uns klar wird: Wer Eisstockschießen nicht kennt, hat eindeutig etwas verpasst. Und wer den Ortsteil Grub in Rinchnach nicht kennt, auch.
    Ohne es zu wissen, wohnen wir seit zwei Wochen in der Nähe der vielfachen Europa­ und sogar Weltmeister dieses Sports. Eine kleine Gemeinde mit 250 Einwohnern (von denen 200 im Eissportverein sind) hat seit Gründung des ECs bewiesen, dass es nicht immer große Städte sein müssen, die sämtliche Preise abräumen. Wir haben also die Ehre, eine Unterrichtsstunde von den Weltmeistern zu bekommen.

    Nach einigen Übungsversuchen, um die Technik zu lernen, wird es ernst: Es werden drei Teams gegründet, die gegeneinander im Wettkampf antreten. Mit viel Ehrgeiz stürzen wir uns ins Turnier. Obwohl jeder alles gibt, ist das Team, in dem Weltmeister Franz, Shari, Eva und Karsten mitspielen, leider nicht zu schlagen – was für eine Überraschung ;) Am Ende gibt es eine Siegerehrung und einen Pokal. Der wird zu Hause vom „Team 3“ gleich ins Fenster gestellt.

    Am Nachmittag nutzen die einen noch einmal den Schnee, um auf dem Bretterschachten eine Langlaufrunde zu fahren, die anderen machen es sich im Haus gemütlich. Abends gibt es dann noch eine bayerische Spezialität – Brezenknödel und Rahmschwammerl. Alle können es fast nicht glauben, dass schon die Hälfte der Famulatur hier vorbei ist. Durch dievielen Aktivitäten und neuen Eindrücke vergeht die Zeit wie im Flug.

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  • Montag, 14.3.2016

    Es ist unglaublich, wie schnell unsere Zeit im bayerischen Wald verfliegt. Wir haben schon wieder Montag, dass heißt unsere zweitletzte Woche hier hat begonnen. So langsam sitzt uns allen das frühe Aufstehen und die vielen Termine in Form von Seminaren, Gruppendiskussionen und Freizeitbeschäftigungen in den Knochen und auch die dunklen Augenringe werden durch schlafen nicht mehr kleiner. Trotzdem sind wir noch immer alle mit Freude dabei. Wie üblich waren wir auch diesen Montag wieder den gesamten Tag in den Praxen. Bei uns war heute irgendwie der Neurodermitis-Tag. Nachdem ich die letzten 2 Wochen vielleicht insgesamt ein oder maximal zwei Patienten mit dieser Erkrankungen zu Gesicht bekommen hatte, kam heute gefühlt jeder zweite mit dem typischen Beschwerdebild. Außerdem bekam ich zum ersten Mal einen Auskultationsbefund bei einem Kind mit angeborenem Ventrikelseptumdefekt und bei einem zweiten Kind mit Systolikum aufgrund einer Pulmonalklappenstenose zu Gehör. Zum Glück waren die Geräusche in beiden Fällen hämodynamisch nicht relevant und die Kinder daher nicht eingeschränkt. Ansonsten verlief der Tag wie schon die vergangenen zwei Wochen. Es kamen Patienten zum Check-Up oder wegen Erkältungen, Grippe, Rückenschmerzen und Magen-Darm Beschwerden. Bei einer älteren Patientin führten wir den DemTect Test durch, um festzustellen wie schwerwiegend und fortgeschritten ihre Demenz war. Und wie immer kamen auch Patienten mit Diabetes zur Kontrolle, bei denen man auch unter anderem den „Fuß-Status“ überprüft, inklusive Vibrationsempfinden, Kälte-Wärme-Unterscheidung und dem Filament-Test.
    Am späten Nachmittag ging es dann zurück in unser gemütliches Bauernhaus und später kam Frau Kölbl zum Abendessen. Es gab eine leckere Spinat- Feta- und eine super Hackfleischlasagne.Wie immer wurden beim Essen Fälle besprochen und medizinische Fragen geklärt, die uns über den Tag so beschäftigt haben. Morgen beginnt dann schon der Countdown unserer Famulatur im schönen bayrischen Wald.
  • Dienstag 15.03.2016

    Der Tag begann wie immer sehr früh beim gemeinsamen Frühstück, bevor wir in unsere Praxen fuhren. Den Weg kenne ich nun schon sehr gut, auch ohne Navi.

    In meiner Praxis konnte ich nun, zur Halbzeit der Famulatur, schon mit mehr Routine Patienten anamnestizieren und untersuchen. Die Ärzte in meiner Praxis nahmen sich wie immer viel Zeit, um mir Untersuchungsmethoden zu zeigen, Behandlungskonzepte zu besprechen und meine Fragen zu beantworten. Heute legten wir unseren Fokus dabei auf die Diagnostik und Therapie von Asthmapatienten.

    Am Nachmittag trafen wir uns in der VHS Regen zum Teaching "kardiologische Fälle". Unterstützt wurden wir diesmal vom Kardiologen Dr. Panagopoulos, der unsere Arbeit mit seiner langjährigen Erfahrung bereicherte. Im Mittelpunkt stand der leitliniengerechte Umgang mit KHK-Patienten. Gemeinsam erarbeiteten wir einen Algorithmus zur Diagnostik von Patienten mit retrosternalen linksthorakalen Brustschmerzen und fokussierten uns dabei insbesondere auf das Vorgehen in der hausärztlichen Praxis (Ausschluss eines ACS, Basisdiagnostik,...). Zudem beschäftigten wir uns mit den medikamentösen und operativen Therapieoptionen und erprobten unser neu erlerntes Wissen anhand von Fallbespielen aus unseren Praxen.
    Zurück in unserem Waldferiendorf gab es heute Burger mit selbstgebackenen Brötchen, die Karsten und Maria schon in der Mittagspause vorbereitet hatten. Erschöpft fielen schließlich alle schon früh ins Bett.
  • Mittwoch, 16.03.2016

    Der Tag startete wie gewohnt, nach dem Frühstück, befreiten wir die Autoscheiben von Schnee und Eis. Danach sollte es etwas abenteuerlicher werden, bei unserem Auto hatte sich der Unterbodenschutz gelöst. Notdürftig mit Hansaplast versorgt, ging es mit etwas Verspätung, doch noch los in Richtung Viechtach. Dank ortskundiger Hilfe aus der Hausarztpraxis, wurde eine Autowerkstatt gefunden. Ein Glück, denn ohne Auto wären wir ganz schön aufgeschmissen gewesen.
    Der Vormittag in der Praxis gestaltete sich wieder sehr abwechslungsreich: Wundversorgung, Fäden ziehen, Impfungen und zahlreiche körperliche Untersuchungen. Besonders bei Patienten mit Rückenschmerz, Erkältung und Magen-Darm-Symptomatik entwickelt sich schon eine gewisse Routine. Für mich immer spannend, die Möglichkeit selbst Ultraschall bei Patienten machen zu dürfen, gar nicht so einfach wie es aussieht, aber inzwischen gelingen die Bilder schon ganz gut.
    In der Mittagspause stärkten wir uns in einem Café, bevor es weiter ging zum Teaching "Umgang mit dem depressivem Patient". Hierzu hatten zwei von uns Studenten die Leitlinien durchgearbeitet und wir bearbeiteten in Gruppen, die wichtigsten Aspekte zu Diagnostik und Therapie. Besonders lehrreich, fand ich, das anschließende simulierte Aufklärungsgespräch mit einem depressivem Patienten bezüglich seiner Erkrankung und möglichen Therapieoptionen. Hierbei wurden wir von einem Internisten mit langjähriger Erfahrung in der Psychotherapie und einer Psychiaterin tatkräftig unterstützt. Vielen Dank für die hilfreichen Tipps und die Eindrücke aus ihrem Praxisalltag.
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  • Donnerstag 17.03.2016

    Langsam aber sicher hält der Frühling Einzug in den Bayerischen Wald. Morgens ist es schon fast taghell in unseren gemütlichen Zimmern im Haus „Tannbühl“. So fällt das Aufstehen gar nicht mehr so schwer.
    Den Donnerstagvormittag verbrachten wir wie gewohnt in unseren Praxen. Am Nachmittag standen wieder Fallbesprechungen im Wartezimmer der Praxis in Rinchnach an. Diesmal sprachen wir darüber, wie man Patienten suspekte Befunde mitteilt, die einer weiteren Abklärung bedürfen. Ein weiteres Thema waren die „Abwendbar gefährlichen Verläufe“, die ein jeder Arzt bei der Patientenvorstellung im Hinterkopf haben und ausschließen sollte. Dabei hatten wir wieder das Glück, wie in der Woche zuvor auf die Erfahrung von Frau Dr. Levin zurückgreifen zu können. Auch wenn wir die erwähnten Themen in der Kürze der Zeit nicht in aller Ausführlichkeit besprechen konnten, war es dennoch interessant, verschiedene Sichtweisen und Herangehensweisen kennenzulernen.

    Anschließend teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Ich gehörte zu der Hälfte, die sich – euphorisiert vom sonnigen Frühlingswetter – zur Burgruine Weißenstein aufmachte. Das altehrwürdige Gemäuer diente uns als Ausgangspunkt für einen ausgedehnten Spaziergang über Felder, an einsamen Höfen vorbei und durch Wälder mit wunderschönen samtweich anmutenden moosbewachsenen Böden.

    Die zweite Hälfte von uns widmete sich derweil anderen Freuden des Lebens und besuchte die Bärwurzerei in Zwiesel, wo ihnen eine nette alte Dame verschiedene Schnäpse zur Probe bereitstellte. Leicht beschwipst wurde schließlich so manch guter Tropfen für Familie und Freunde zu Hause erstanden. Zur Erleichterung aller fand auch diese Hälfte abends wohlbehalten den Weg zurück ins Waldferiendorf.
    Den Abend ließen wir in gemütlicher Runde im Wohnzimmer ausklingen.
    Weißenstein
  • Freitag 18.03.16

    Wie jeden Tag ging es vormittags in die Praxis und so langsam merke ich schon, dass ich ein bisschen Routine bekomme und mich heimischer fühle. Der Praxisalltag lief wie gewohnt und schneller als ich dachte war es Mittag und ich fuhr zurück nach Dürrwies, da wir an diesem Freitag ausnahmsweise einen freien Nachmittag genossen. Dort stellte ich mit Verwunderung fest, dass niemand da war, doch schnell klärte sich alles über unsere whatsapp Gruppe und ich machte mich auf den Weg nach Spiegelau, wo dann nach und nach der Großteil der Gruppe eintrudelte. Wir wanderten eine wunderschöne Strecke von Spiegelau nach Grafenau, wobei wir uns zweimal verliefen, aber trotzdem noch ungefähr zum geplanten Zeitpunkt ankamen. Unsere Wanderstrecke führte uns am Fluss Steinbach entlang, durch eine Klamm und an einem Stausee vorbei.
    Außerdem trafen wir kurz vor Grafenau eine entzückende Herde Schafe mit kleinen Lämmern. Aus meiner Sicht, war dies die schönste unserer Wanderungen, auch dank des exzellenten Wetters.

    Der andere Teil der Gruppe machte zur gleichen Zeit das Skigebiet "Großer Arber" unsicher und hatte dort den Bildern nach zu urteilen sehr viel Spaß. Da das reguläre Ski fahren, jedoch schon um 16:30 vorbei war, war die Ski Gruppe schon fleißig am kochen, als wir aus Grafenau zurückkehrten. Das freute uns natürlich sehr, da unsere Mägen nach der vierstündigen Wanderung schon ordentlich knurrten. Nach dem leckeren Curry verschwanden auch schon die Ersten, gesundheitlich ein wenig A​ngeschlagenen, in ihren Zimmern. Der Rest spielte noch einige Runden das Spiel "Werwolf" und blieb, in dem Wissen ausschlafen zu können, bis sage und schreibe 1 Uhr nachts wach. Sehr rekordverdächtig!
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  • Samstag, 19.3.2016

    Heute stand die Rotwildfütterung auf dem Plan. Nach einem ausgiebigen und späten Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Kirchberg, wo wir Xaver trafen, der für uns die Fütterung organisiert hat und uns den Weg zum Nationalpark zeigte.

    Dort angekommen, wurden wir von der Nationalparkwacht kurz vor das Wintergatter der Hirsche gebracht. Bis zur „Sauna“ (Der Raum, von dem aus wir die Tiere beobachten hat drei Bänke in unterschiedlicher Höhe, ist komplett aus hellem Holz und ist gut beheizt) mussten wir ruhig sein, da Hirsche schnell unruhig werden und dann nicht zur Futterstelle kommen. Ein Berufsjäger nahm sich die Zeit, uns ausführlich die Tiere im Nationalpark, ihr Wanderverhalten und die Jagdregeln zu erklären. Unsere neuste Erkenntnis war dabei, dass es sich bei „Schwarzwild“ um Wildschweine handelt.

    Die Tiere selbst kamen dann ca. 40 Minuten später. Manche männliche Tiere hatten schon ihr Geweih in dieser Saison abgestoßen, einige prachtvolle Geweihe sahen wir dann aber schon noch. Durch das Jagdbriefing probierten wir uns aus, das Alter der Hirsche zu schätzen. Hirsche kämpfen untereinander normalerweise mit dem Geweih, wenn sie dieses im März/April aber abstoßen, stellen sie sich auf die Hinterbeine und schlagen mit den Vorderhufen. Auch das durften wir sehen. Leider war meine Kamera zu langsam, um diesen Moment einzufangen.

    Zurück in Dürrwies hatten wir dann mit der hoffentlich letzten Autopanne zu kämpfen. Marias Auto war am Freitag nicht mehr angesprungen und nun suchten alle anderen Fahrer nach ihrem Starterkabel. So langsam hatten wir den Dreh bei Autoproblemchen raus, denn zum Glück sprang das Auto doch sehr schnell an.
    Abends stand dann die Organisationsrunde an, um die letzte Woche zu planen: Wer putzt was? Wer backt wann für seine Praxis? Wie viel Geld ist noch in der Kasse und was muss noch eingekauft werden? Und schlussendlich: Was machen wir am letzten Abend? Dafür, dass wir heute eigentlich Wochenende haben ging der Tag mit so manchen Erledigungen doch sehr schnell rum.
    HIrsch1Hirsch2
  • Sonntag, 20.03.2016

    Nach einem gemütlichen Frühstück mit warmen Semmeln machten wir uns heute auf den Weg zu den Jemelkas. Nur ein paar Autominuten entfernt wurden wir von Martin und Marcela in ihrem Zuhause sehr herzlich begrüßt. Den Grund unsere Besuchs konnten wir schon beim Aussteigen hören: Die vier Schlittenhunden –Max, Ferdinand, Karl und Viktoria – und der Chefhund Struppinger hatten natürlich sofort bemerkt, dass hier eine Gruppe Fremder aufgetaucht waren. Martin erzählte uns zunächst ein bisschen etwas über die Hunde und wie die beiden zum Schlittenhundefahren gekommen sind und dann begann auch schon die große Streichelrunde. Max und Ferdinand liesen sich schon nach kurzem Kennenlernen kraulen und verwöhne, während sich zu Karl und Viktoria erst nur Maria und Pauline trauten. Alles natürlich unter der strengen Aufsicht von Struppinger. Währenddessen duften wir Herrchen und Frauchen mit Fragen löchern. Schließlich wurden wir auch noch mit selbstgebackenem Kuchen und Kaffee verwöhnt und durften auslosen, wer zusätzlich noch in den Genuss einer kurzen Spritztour mit dem Hundegespann kam.
    Nach eineinhalb Stunden bei herrlichem Sonnenschein machten wir uns mit einem Tipp für eine Wanderstrecke wieder auf den Weg. Auch an diesem Vormittag duften wir wieder einmal merken, wie herzlich und engagiert die Menschen hier sind. Den Rat für die Wanderstrecke setzten wir dann auch gleich um, und machten uns von einem Walparkplatz kurz vor Lalling aus auf den Weg. Nach 6km erreichen wir die „Dalknhütt’n“, wo wir uns bei Apfelschorle, Most, Bier zusammen mit Brotzeitbrettln und Flammkuchen stärkten, bevor es wieder zurück ging. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir alle gemeinsam in unsrem Häuschen in Dürrwies, wo wir den Abend gemeinsam ausklingen liesen.
    Schlittenhunde
  • Dienstag, 22.03.2016

    Draußen kommt langsam der Frühling und unsere Famulatur geht langsam ihrem Ende entgegen. So gibt es noch einiges Organisatorisches zu erledigen, und es wurden heute z.B. schon fleißig Schwarzwälder Kirsch Muffins für einige Praxen gebacken. Der Arbeitstag war für mich heute sehr spannend, weil ich diese Woche beim Kardiologen famuliere, da mein Hausarzt bereits im Urlaub ist. Neben einigen interessanten Kardiologischen Fällen, wie Patienten die zur Abklärung von AP - Beschwerden kamen oder mit Schwindel und Synkopen wurden auch andere Fälle aus der Inneren Medizin zur weiteren Abklärung untersucht. Besonders gut ist mir die Patientin mit ihrer möglicherweise maligne veränderten Schilddrüse im Gedächtnis geblieben, die zusätzlich noch ein Leberkarzinom mit Lungenmetastasen hatte. Aber ich hab nicht nur solche schweren Fälle gesehen, sondern ich hatte auch viel Spaß beim selber schallen... Inzwischen kann ich sogar ein Herzecho schon ein kleines bisschen beurteilen, wenn es auch immer noch sehr schwierig ist, die verschiedenen Klappen und vor allem Pathologien voneinander abzugrenzen. Nachmittags hatten wir noch eine der berühmten Fallbesprechungen, die diesmal mit der Durchführung einer Pediatrischen Notfallsituation zur Übung, bereichert wurde. Und weil wir so gerne spielen, wurde der Tag mit einer lustigen Werwolfrunde beschlossen, und danach schliefen alle braven Dorfbewohner und Hexe und Seher und Werwölfe usw. in Ruhe ein.
  • Mittwoch, 23.03.2016

    Der vorletzte Tag in unseren Hausarztpraxen. Ganz schön fix ist die Zeit vergangen. Die Ärztin, welche ich die letzen Wochen begleitet habe, ist schon in den Osterurlaub gestartet. Deshalb bin ich heute mit ihrem Kollegen unterwegs. Er hat einen orthopädischen Schwerpunkt und so habe ich nochmal die Möglichkeit orthopädische Untersuchungstechniken zu üben. Rücken-, Schulter- und Knieschmerzen sind die Topthemen des Vormittags.
    Am Nachmittag treffen wir uns in der VHS Regen zu einem ersten Balint-Nachmittag. Ziel der Balintarbeit ist es, die Arzt-Patienten-Beziehung besser zu verstehen und zu verbessern. Fast zwei Stunden diskutieren, assoziieren und fantasieren wir zu einem kaum 15 Minuten langen Gespräch mit einer depressiven Patientin. Hinterher haben wir eine Menge Ideen dazu, warum das Gespräch genau so verlaufen ist, warum es ein gutes Gespräch war, aber auch, was man hätte anders machen können.
    Für den Abend haben wir beschlossen mal wieder richtig gut zu kochen (Kaiserschmarrn) … anschließend senkt sich die Dunkelheit über Dürrwies, der Vollmond geht auf und Werwölfe beginnen ihr Unwesen zu treiben. Mit unserem Lieblingsspiel „ Werwolf“ sitzen wir noch bis 1 Uhr um den Küchentisch.
  • Tagebuch für den 24.03.

    Der letzte Tag vor den Feiertagen ­ das Wartezimmer ist schon voll besetzt, als ich die Praxis betrete, denn ab morgen ist vier Tage geschlossen. Ich darf heute vor allem bei den Verbänden helfen, die vor Ostern noch gewechselt werden müssen. Außerdem sehe ich eine kleine Operation. Die Famulatur geht jetzt langsam dem Ende zu – deswegen wird trotz allem Stress der Praxisbetrieb kurz gestoppt, um ein Erinnerungsfoto mit dem Team zu schießen. Mittlerweile habe ich Routine mit dem Ultraschall und EKG und darf beides noch einmal üben. Die Patienten, die mich schon kennen, übersetzen im Notfall auch für mich, was sie der Ärztin gerade auf Bayerisch erklärt haben.
    Schade, dass es so bald vorbei ist, ich werde die Arbeit in der Praxis ganz schön vermissen! Zurück im „Haus Tannbühl“ warten Frau Kölbl, ihr Hund Dasha und Herr Dr. Sperl auf uns, es gibt eine weitere Feedbackrunde nach dem Mittagessen. Alle können evaluieren, was wir diesen Monat gelernt haben und fangen an, einige Abschiedsgeschenke vorzubereiten. Nach dem Abendessen wird dann die Gitarre ausgepackt und wir singen ein paar Liederzusammen. Mit ein bisschen Übung klingen wir gar nicht schlecht :)
  • Sonntag 27.03.2016

    Heute kam ein männlicher Patient in die Praxis, die Atmung merklich angestrengt mit bläulichen Lippen. Er berichtet uns, er leide seit dem gestrigen Abend unter Atembeschwerden auch in Ruhe. Vorerkrankungen der Lunge sind bei ihm nicht bekannt. Beim Abhören hörte man eine deutliche Spastik, die Sättigung lag unter 90%, der Puls über 100. Die Hausärztin veranlasste noch eine Lungenfunktion, ehe sie dem Patienten mitteilte er müsste zur weiteren Abklärung in die Klinik. Anschließend nahm sie sich die Zeit, mit mir das Ergebnis der Lungenfunktion, das weitere Vorgehen in der Klinik und mögliche Differentialdiagnosen zu besprechen.